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Nachhaltige Qualitätssicherung und Finanzierung von non-APC, scholar-led Open-Access-Journalen

In inter- und transdisziplinären Feldern sowie kleinen Fächern der Sozial- und Geisteswissenschaften hat sich ein spezifisches Segment von Open-Access-Zeitschriften entwickelt: Sie arbeiten scholar-led, verlagsunabhängig und ohne Artikelgebühren (Platin Open Access). Diese Journale füllen Lücken im Publikationsmarkt und wirken als Multiplikatorinnen für die Open-Access-Idee. Am Beispiel von fünf Zeitschriften werden die strukturellen Herausforderungen herausgearbeitet, vor denen Zeitschriften dieses Segments hinsichtlich der nachhaltigen Finanzierung und Qualitätssicherung stehen, und Empfehlungen erarbeitet, um qualitativ hochwertige Publikationsorgane auf Basis offener Publikationsinfrastrukturen zu ermöglichen.


A specific segment of Open Access journals has been developed in inter- and transdisciplinary fields and small subject areas in the social sciences and humanities: they work scholar-led, independently of publishers and without article processing charges (that is: platinum open access). Those journals fill gaps in the publication market and act as multipliers for the Open Access idea. Using the example of five journals, the structural challenges facing journals in this segment in terms of sustainable financing and quality assurance are highlighted, and recommendations are developed to enable high-quality modes of publication based upon open publication infrastructures.


Zitiervorschlag
Kathrin Ganz, Marcel Wrzesinski, Markus Rauchecker, "Nachhaltige Qualitätssicherung und Finanzierung von non-APC, scholar-led Open-Access-Journalen". LIBREAS. Library Ideas, 36 ().


Einleitung

Die Open-Access-Transformation verändert Rezeptions- und Publikationsgewohnheiten wissenschaftlicher Literatur auf vielfältige Weise. Für Leser*innen bedeutet Open Access (OA) zunächst, dass wissenschaftliche Ergebnisse, die meist durch öffentliche Gelder ermöglicht werden, als Publikationen dauerhaft frei verfügbar sind. Autor*innen stehen vor der Herausforderung, sich in dieser verändernden Publikationslandschaft zu orientieren. Wenn sie sich für freie Publikationsformen entscheiden, die auch die Nachnutzung ihrer Werke ermöglichen, sind sie zunehmend mit für Open-Access-Publikationen typischen Artikelgebühren (Article Processing Charges (APC)) konfrontiert.

Für die Forschung insgesamt eröffnet das elektronische Publizieren mit Open Access neue Möglichkeiten, eigene Zeitschriften und Publikationsreihen zu gründen und so Lücken im Publikationsmarkt zu füllen. Viele Wissenschaftler*innen arbeiten dabei bewusst nicht mit Wissenschaftsverlagen oder APCs, sondern nutzen Infrastrukturen, die Bibliotheken und die Open-Access-Community im Bereich des elektronischen Publizierens anbieten: Redaktionssoftware wie Open Journal Systems, DOI-Registrierung, Unterstützung bei der Einbindung der Angebote in Suchmaschinen und Langzeitarchivierung.

Neue, unabhängige Open-Access-Zeitschriften ins Leben zu rufen, ist besonders für Wissenschaftler*innen aus Forschungsbereichen attraktiv, in denen es noch keine etablierten Publikationsorgane gibt. Dazu gehören neue Forschungsfelder etwa im Bereich der Internetforschung und Digitalisierung, interdisziplinäre Forschungsfelder wie die Geschlechterforschung und Regionalstudien sowie kleine Fächer1. Die Gründungsredaktionen dieser Journale engagieren sich für die Entwicklung des jeweiligen Forschungsfeldes und sind zugleich Advokat*innen und Multiplikator*innen für die Open-Access-Idee. Vor diesem Hintergrund definieren jene Redaktionskollektive die Bedingungen und Richtlinien des wissenschaftlichen Publizierens von Anfang an unter den Bedingungen von Platin Open Access2 und ausgehend von den Bedürfnissen ihres jeweiligen Feldes. Auf diese Weise verkörpern sie die Idee des scholar-led publishing in besonderem Maße.

In dem vorliegenden Beitrag werden die Funktionen dieser Journale in der Publikationslandschaft analysiert und es wird nach den spezifischen Herausforderungen gefragt, die hinsichtlich einer nachhaltigen Finanzierung dieser Zeitschriften bei gleichzeitig hohen Qualitätsstandards für den Inhalt bestehen. Anhand von fünf Beispielen, die im Rahmen eines Workshops auf den Open Access Tagen 2019 in Hannover3 vorgestellt wurden, zeigen wir, dass die aktuell vorherrschenden Finanzierungsmodelle für Open Access nicht geeignet sind, um die nachhaltige Finanzierung und eine angemessene Qualitätssicherung dieser Journale zu gewährleisten. Daraus folgt, dass wissenschaftliche Institutionen (Universitäten, Forschungseinrichtungen und -bibliotheken) zusammen mit Fachgesellschaften und Forschungsförderern eine aktivere Rolle im Open-Access-Publishing einnehmen müssen, um auch jene Publikationsangebote nachhaltig zu sichern, die auf Basis der zur Verfügung gestellten Infrastrukturen in den letzten Jahren aufgebaut worden sind.

Fünf Beispiele verlagsunabhängiger, scholar-led Open-Access-Journale

Im Folgenden zeigen wir anhand von fünf Beispielen Funktionsweisen, Workflows, Chancen und Herausforderungen von non-APC-, scholar-led Open-Access-Journalen. Dabei geht es nicht nur um gemeinsame strukturelle Merkmale, sondern auch um die spezifische Funktion, die sie in den jeweiligen Fachcommunities erfüllen. Die anschließenden Schlussfolgerungen sind entsprechend auf andere Zeitschriften dieses Segments übertragbar.

Die fünf Zeitschriften – CROLAR, Internet Policy Review, META, On_Culture und Open Gender Journal – sind relativ junge Zeitschriften, die seit ihrer Gründung im Open Access erscheinen und fachbegutachtete Beiträge veröffentlichen. Seit 2012 veröffentlicht CROLAR4 (Critical Reviews on Latin American Research), angesiedelt am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin, vor allem Rezensionen und Review Articles zur Lateinamerikaforschung. Ebenfalls 2012 erschien die erste Ausgabe von Internet Policy Review5 (IPR) am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, einer Zeitschrift, die sich mit Internet-Regulierung und den Effekten auf europäische Gesellschaften befasst. Middle East – Topics and Arguments6 (META) wurde 2012 am Center for Near and Middle Eastern Studies (CNMS) der Universität Marburg gegründet; die erste Ausgabe erschien 2013. Seit 2016 erscheint am Gießener International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) die Zeitschrift On_Culture7 mit wissenschaftlichen Artikeln, Essays und anderen Formaten, die sich aus interdisziplinärer Perspektive mit kulturwissenschaftlichen Konzepten befassen. Das Open Gender Journal8 (OGJ) erscheint seit 2017 und veröffentlicht ausschließlich Fachbeiträge. An OGJ sind verschiedene Zentren und Einrichtungen der Geschlechterforschung sowie die Fachgesellschaft Geschlechterstudien beteiligt.

Die Zeitschriften nutzen die Online-Publikationsplattformen nicht nur für Open-Access-Veröffentlichungen, sondern auch, um die textbasierte Form der traditionellen Zeitschriften aufzubrechen und damit neue inhaltliche Wege zu gehen. CROLAR beschränkt sich bewusst nicht auf Rezensionen wissenschaftlicher Publikationen, sondern veröffentlicht auch Besprechungen zu anderen Formaten wie etwa Blogs, Webseiten, Filmen oder Ausstellungen. Darüber hinaus werden Interviews mit Expert*innen des jeweiligen thematischen Fokus geführt. Einen anderen Ansatz wählt On_Culture mit der Rubrik _Perspectives9, die publizistische Räume für Formate jenseits des schriftlichen Beitrages eröffnet. Im Rahmen der thematischen Ausgaben von On_Culture erscheinen regelmäßig Video-Clips, Interviews und visuelle Arbeiten, die den Begriff des kulturwissenschaftlichen Forschungsbeitrags erweitern. In ähnlicher Weise erweitert Internet Policy Review das Spektrum an möglichen Formaten: Neben Artikeln und Editorials finden sich Essays, News- und Meinungsbeiträge; mit den Open Abstracts10 schließlich sollen Form und Ablauf der klassischen Fachbegutachtung hinterfragt werden. Beim Open Gender Journal schließlich ist die Öffnung für neue Formate im Kontext von Open Access damit verbunden, die Spielräume frei lizenzierter Veröffentlichungen stärker auszunutzen als bisher üblich. In Zusammenarbeit mit der Fachgesellschaft Geschlechterstudien werden in OGJ neben freien Beiträgen auch Beiträge der Jahrestagungen der Fachgesellschaft erstveröffentlicht. Aufgrund der fortlaufenden Publikationsweise wird es so möglich, Tagungsbeiträge vergleichsweise schnell und begutachtet zu publizieren. Die Beiträge werden anschließend im Rahmen der Open Gender Collections in Form von Tagungsbänden zusammengestellt.11 All diese Bemühungen zeigen, wie produktiv das kritische Hinterfragen etablierter Publikationsmechanismen und Formatkriterien ist; zumal vor dem Hintergrund weitergehender Debatten zur Bibliodiversität im Open Science Zusammenhang.12

Eine Gemeinsamkeit der fünf Zeitschriften ist, dass sie in inter- oder transdisziplinären Kontexten beheimatet sind beziehungsweise sich kleineren Fachzusammenhängen zugehörig fühlen: Regionalstudien (META und CROLAR), Kulturwissenschaften (On_Culture), Internetforschung (IPR) und Geschlechterforschung (OGP). Aufgrund dieser Verankerung ist es erklärtes Ziel und wissenspolitisches Anliegen, dass die Zeitschriften Übersetzungsleistungen zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, regional segmentierten Wissenschaftscommunities sowie zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft erbringen. Gerade in den Regionalstudien (CROLAR & META) ist dies ein Element einer kooperativen Haltung gegenüber den Akteuer*innen in der Region und damit einem post- beziehungsweise dekolonialen Anspruch von Open Access verpflichtet.13 Jedoch sind Wissenschaftler*innen, die in diesen Feldern aktiv sind, oft mit den engen fachlichen Korsetts klassischer Fachzeitschriften konfrontiert. Sie benötigen interdisziplinaritätsfreundliche und fachkundige Publikationsorte, die beispielsweise über Kontakte zu geeigneten Gutachter*innen und tragfähige Distributionsnetzwerke verfügen. Insofern dienen die neuen OA-Journale nicht nur der Profilierung von Forschungseinrichtungen oder -richtungen, sondern schließen auch Lücken im Publikationsmarkt und intervenieren in die Wissensproduktion und ihre Strukturen.

Die Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse hinein in Praxisfelder ist ein weiteres Anliegen vieler Redaktionen. So versteht sich Internet Policy Review als Ort, an dem unabhängige Analysen der europäischen Internetregulierung zu finden sind, die über die Wissenschaft hinaus auch für Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft, Medienvertreter*innen, Unternehmer*innen und die Politik von hoher Relevanz sind.14 Zugleich sollen die zivilgesellschaftlichen Potentiale und Ideen kollaborativ Einfluss finden, sowohl über den Einbezug spezifischer Aspekte des Citizen Science als auch die Öffnung vielfach hermetischer und langwieriger Prozesse der Qualitätssicherung.15

Auch kann die inklusive und öffnende Perspektive der Open-Access-Bewegung Gestaltungsspielräume für Wissenschaftler*innen in frühen Karrierestadien bieten. Aufgrund der verlagsunabhängigen Strukturen der Zeitschriften nimmt die redaktionelle Arbeit viel Zeit ein und wird zu einem wichtigen Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit und Ausbildung einzelner Akteuer*innen, die Aufgaben aus den Bereichen Redaktionsmanagement, Lektorat, Layout und Webadministration übernehmen. Auf diese Weise werden die Zeitschriften vielfach zu Qualifizierungsprojekten und bieten die Möglichkeit, sich innerhalb der Open-Access-Bewegung zu profilieren.

Der hohen Qualität und Innovationskraft der Zeitschriften stehen meist prekäre und nicht nachhaltige Finanzierungsmodelle gegenüber. Institutionelle Anschubfinanzierung, zum Teil in Form von geringen Eigenmitteln der Universität (CROLAR), Drittmitteln (META), Mitteln der deutschen Exzellenzinitiative (On_Culture), Eigenmitteln des Instituts (Internet Policy Review) oder die Integration als Pilotjournal in ein drittmittelgefördertes Forschungsprojekt (Open Gender Journal im BMBF-Projekt Open Gender Platform) ermöglichte die Umsetzung der initialen Idee und teilweise den weiteren Betrieb. Die Zeitschriften stützen sich zudem auf einen großen Anteil ehrenamtlicher Mitarbeit. Ob und wie diese Arbeit Teil der jeweiligen (wissenschaftlichen) Anstellung sein kann, musste bei den oben genannten Beispielen individuell verhandelt werden. Vielfach fallen diese redaktionellen Tätigkeiten jedoch extra an, sind also unentgeltlich und verschärfen die ohnehin meist prekäre Arbeitssituation von befristet Angestellten zusätzlich.

Auch die Suche nach geeigneten Geschäfts- beziehungsweise Finanzierungsmodellen liegt in den Händen der beteiligten Wissenschaftler*innen.16 Nach Ablaufen von verschiedenen Formen der Anschubfinanzierung aus institutionellen oder Drittmitteln stehen die Redaktionen oft vor der Frage, wie die nachhaltige Finanzierung der Zeitschrift unter den Bedingungen von Open Access realisiert werden kann. Dabei leisten gerade die oben genannten und ähnliche Zeitschriften einen wichtigen Service für ihre jeweiligen Communities.

Geschäftsmodelle für Open-Access-Zeitschriften

Die Diskussion über mögliche Finanzierungsmodelle von Open-Access-Zeitschriften wird derzeit von einem Modell dominiert: APCs, die im Zuge der Veröffentlichung von den Autor*innen bezahlt und meist institutionell gegenfinanziert werden.17

Dass das APC-Modell den Diskurs um Open-Access-Finanzierung derzeit dominiert, hat zwei Gründe: Erstens liegt der Fokus darauf, das Subskriptionssystem mit seinen Barrieren zu überwinden (Pampel 2019: 1). Davon sind vor allem die Zeitschriftenangebote der wissenschaftlichen (Groß-)Verlage betroffen. Die Verlage haben ein Interesse am APC-Modell, da es ermöglicht, dass Verlage weiterhin eine zentrale Funktion im Publikationswesen einnehmen. Verlagsleistungen werden weiterhin aus öffentlichen Mitteln finanziert, indem Erwerbungsmittel in Publikationsfonds umgeschichtet werden. Zweitens wird dadurch auch aus Sicht der Wissenschaft – angefangen von individuellen Forschenden über die Forschungsbibliotheken bis zu den Förderinstitutionen – die Komplexität der Open-Access-Transformation reduziert. Das Umschichten von Finanzmitteln und das Aufstellen neuer Workflows ist keine einfache Aufgabe, aber doch überschaubar im Vergleich zu einer kompletten Neuorganisation des wissenschaftlichen Publikationswesens. Auch die Bemühungen um Transparenz seitens der OA-Beauftragten und Projekten wie OA-Monitoring sind nicht gering zu schätzen. Dennoch geraten andere Finanzierungsmöglichkeiten, die sich möglicherweise auf lange Sicht als besser herausstellen könnten, durch die Favorisierung des organisatorisch vergleichsweise einfachen APC-Modell aus dem Blickfeld.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass APC für natur- und lebenswissenschaftliche, international sichtbare und in einschlägigen bibliometrischen Datenbanken indexierte Open-Access-Zeitschriften das dominierende Geschäftsmodell sind (Schönfelder 2019) – gemessen am Publikationsaufkommen. In den Geistes- und Sozialwissenschaften liegt der Fall anders: 78 Prozent der zwischen 2013 und 2018 erschienen Open-Access-Artikel wurden in Journalen publiziert, die keine APCs erheben. Bei den restlichen 22 Prozent war die durchschnittliche APC zudem deutlich geringer als in anderen wissenschaftlichen Feldern (Crawford 2019: 3). Auch der hohe Anteil der APC-freien Journale unter den im DOAJ gelisteten Zeitschriften zeigt, dass das Modell nicht vorherrschend ist: Derzeit erheben lediglich 26,7 Prozent der 13.769 im DOAJ gelisteten Open-Access-Zeitschriften APCs (keine APC: 72,91 Prozent; Rest: keine Angaben, Stand 16.09.2019). Offenbar favorisieren viele Open-Access-Redaktionen nach wie vor Geschäftsmodelle, die ohne APC auskommen.

Auch hierfür gibt es mehrere Gründe: Zum einen kann – vor allem bei Journalen, die OA-born sind – sicherlich von einer Pfadabhängigkeit gesprochen werden. Ein einmal eingeschlagener Weg wird nicht so schnell verlassen, auch wenn sich die Alternative im Nachhinein als wirtschaftlich tragfähiger erweisen sollte. Dafür, den Pfad des APC-freien Modells beizubehalten, sprechen aber oft auch praktische Gründe. Durch die Einführung von APC würden hohe Overheadkosten entstehen, die einzelne verlagsunabhängige Zeitschriften nicht ohne Weiteres stemmen können. Oftmals sehen sich die Herausgeber*innen beziehungsweisen deren Institutionen nicht in der Lage, APCs für einzelne Publikationsprojekte wirtschaftlich sinnvoll abzurechnen. Und auch wenn dies rechtlich in vielen Fällen möglich wäre, fehlt es an geeigneten, nachhaltigen Workflows in den oft kleinen institutionellen Zusammenhängen.

Zum anderen sprechen sich viele Zeitschriftenmacher*innen aber auch aus Überzeugung gegen das APC-Modell aus. Zum einen gehen mit APCs neue Ausschlüsse einher: Sie benachteiligen Wissenschaftler*innen, die keinen Zugriff auf Publikationsfonds oder vergleichbare Angebote zur Refinanzierung der Gebühren haben. Dies betrifft stärker bereits marginalisierte Stimmen zum Beispiel aus dem Globalen Süden oder Wissenschaftler*innen ohne institutionelle Anbindung. Dadurch verfestigen sich die Dominanzverhältnisse der bestehenden Wissensproduktion. Weiterhin verbindet sich mit dem APC-Modell die Gefahr, dass die Kostensteigerung im wissenschaftlichen Publizieren langfristig nicht unterbunden werden kann (Czymborska 2017). Die drei wissenschaftlichen Großverlage, die mittlerweile mehr als die Hälfte des akademischen Publikationsaufkommens verlegen, orientieren sich als gewinnorientierte Unternehmen zuvorderst an der Mehrung des Shareholder-Values – auch in Zeiten von Open Access. Wenn sich das APC-Modell durchsetzt, ist davon auszugehen, dass die Gebühren weiter steigen werden, und das, obwohl die redaktionelle Arbeit und das Peer-Review-Verfahren weiterhin unentgeltlich von Wissenschaftler*innen geleistet wird (vergleiche die Problematisierung bei Keller 2017). Vor diesem Hintergrund sind viele in der Open-Access-Community überzeugt davon, dass es Alternativen zum APC-Modell geben muss, und setzen sich dafür ein, wissenschaftliches Publizieren nach den Prinzipien von Fair Open Access18 zu gestalten.

Eine Alternative zu APC-Modellen ist die direkte institutionelle Förderung von Publikationsprojekten. Diese kann entweder in konsortialen Modellen oder direkt über einzelne Institutionen oder kleine Verbünde von Institutionen realisiert werden. Für die in den Beispielen betrachteten Zeitschriften, die mit kurzfristiger institutioneller Förderung und Anschubfinanzierung durch Drittmittel als Open-Access-Projekte gegründet wurden und erst seit kurzer Zeit bestehen, ist allerdings der Zugang zu alternativen Finanzierungsstrukturen schwierig. Konsortien in den Geisteswissenschaften wie Knowledge Unlatched und die Open Library of Humanities legten bislang den Schwerpunkt auf etablierte Zeitschriften und Zeitschriften, die zu Open Access transformiert werden sollen.19

Ein weiteres Problem verbindet sich mit der interdisziplinären Ausrichtung der Journale: Die fehlende Anbindung an eine große Disziplin hat zur Folge, dass eindeutige Zuordnungen und damit Budgetierungswege fehlen. Disziplinäre Förderstrukturen wie etwa die Fachinformationsdienste fallen häufig als mögliche Kooperationspartner für OA-Projekte aus. Fachgesellschaften sind – wenn vorhanden – klein und verfügen nur über begrenzte finanzielle Mittel. Auch in Bezug auf institutionelle Förderungen seitens der Hochschulen macht sich die fehlende disziplinäre Zuordnung bemerkbar, gerade wenn die Zielgruppe der Zeitschriften auf unterschiedliche Fachzusammenhänge und Fakultäten verteilt ist, so im Falle der Geschlechterforschung, der Regionalstudien, der Internetforschung oder der Kulturwissenschaften.

Die begründete Skepsis gegenüber dem APC-Modell als allgemeingültige und nachhaltige Lösung für die Open-Access-Finanzierung und die Schwierigkeiten, die sich aus der spezifischen Situation von interdisziplinären, OA-born-Journalen in den Geistes- und Sozialwissenschaften ergeben, führt dazu, dass die Zeitschriften ihren Auftrag häufig auf einer sehr unsicheren finanziellen Grundlage ausführen.

Qualität kostet

Reputation und Anerkennung wissenschaftlicher Publikationen werden gemessen an der Qualität des Inhalts und der Form. In besonderer Weise sehen sich Open-Access-Journale dabei mit der Aufgabe betraut, Prozessqualität durch Transparenz und Ressourceneinsatz zu verbessern. Welche Mittel und Prioritäten sollten Redaktionen aber angesichts des hohen Kostendrucks einem kompetenten Redaktionsmanagement, einem aufwendigen Lektorat oder professionellem Design beziehungsweise Layout einräumen? Was muss ein Journal investieren, um professionelle Arbeitsabläufe und somit qualitativ hochwertige Ergebnisse zu ermöglichen? Wie kann oder soll das Verhältnis von unbezahlter zu bezahlter Arbeit sein?

An den fünf Beispielen zeigt sich, dass wissenschaftliche Zeitschriften in den Geistes- und Sozialwissenschaften zwar unterschiedlich ausgestattet sind, zugleich aber ähnliche Prioritäten für stets begrenzte Mittel setzen. Dazu gehören einerseits grundständige, langfristige technische Infrastrukturen, meist unter Nutzung freier Redaktions- und Content-Management-Systeme (Open Journal Systems, Wordpress, Drupal). Auch sind dank der Kooperationen mit Bibliotheken und Repositorien einfache informationswissenschaftliche und bibliometrische Services zu erhalten (Langzeitarchivierung, Indizierung und Referenzierung, Metadatenpflege und -distribution). Darüber hinaus gehender Bedarf für erfolgreiches (Reputation!) und sichtbares (Impact!) Publizieren wird jedoch von institutioneller Seite oft als vernachlässigbar eingestuft: Hierzu gehören die Entwicklung einer Marke und eines Corporate Designs, Öffentlichkeitsarbeit und Social Media, Suchmaschinenoptimierung sowie die Pflege alternativer Metriken.

Die personellen Ressourcen sind in den Geschäftsmodellen unserer Beispiele – und vermutlich bei den meisten Journalen dieses Segmentes – nicht eindeutig budgetiert. Die Organisation des redaktionellen Alltags, das professionelle Lektorat und Korrektorat, Übersetzungsleistungen20 sowie ein effizientes Layout sind vielfach Aufgabe der wissenschaftlichen Redakteur*innen, die hierfür weder ausreichend qualifiziert sind noch bezahlt werden. Gern euphemistisch als ehrenamtliches Engagement (Keller 2017: 32) bezeichnet, werden Wissenschaftler*innen über Stellenanteile oder im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Weiterqualifikation für diese Tätigkeiten eingesetzt.21 Auch wenn die Aufbereitung und Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse essenzieller Bestandteil wissenschaftlicher Tätigkeiten sind, besteht zwischen solchen als eigentlichen Begleiterscheinungen des Forschens und den berechtigten Anforderungen an wissenschaftliches Publizieren im Verlagskontext ein Qualifikationsgefälle, das einerseits zu Überforderung und Frustration führt; andererseits scheint das Journalsegment unserer Beispiele trotz des hohen Engagements der jeweiligen Redaktionen durch das Qualifikationsgefälle an Reputation oder Relevanz einzubüßen.22 Beides führt – wie durch unsere Beispiele belegt und leicht zu extrapolieren – zu einer Rekrutierungproblematik: Neue und innovative Open-Access-Journale stehen vor dem Aus, wenn beispielsweise das Gründungspersonal abtritt, Qualifikationsstellen oder Drittmittel auslaufen und zugleich die Strahlkraft für neue Ehrenamtler*innen fehlt. Auch wenn eine pauschale Entlohnung der redaktionellen Tätigkeiten keinen Reputationsgewinn per se bedeutet, so ist Planungssicherheit doch eine Voraussetzung für die anvisierte hohe Prozessqualität, durch die langfristig die Wahrnehmung innerhalb der peer community verbessert werden kann.

Unsere fünf Beispiele und sicher auch andere Open-Access-Zeitschriften scheinen somit in einen verhängnisvollen Zirkel aus Anspruch und Umsetzung gezwungen: Wenn die langfristige Förderung von neuen, innovativen Open-Access-Zeitschriften durch ihre eigentlichen Stakeholder (Universitäten, Forschungszentren, Bibliotheken und Fachgesellschaften) auch von der Qualität im Sinne professionellen Publizierens abhängt,23 für diese Qualität aber eben langfristige Förderung benötigt wird, dann können sie nur scheitern. Damit müssen sich die privaten und öffentlichen Fördereinrichtungen die unbequeme Frage gefallen lassen: Wie soll jemals Verlagsniveau erreicht werden, wenn es an Mitteln fehlt, um Workflows und Services ähnlich wie Verlage auf eine verlässliche Grundlage zu stellen? Zudem stellt sich die förderpolitische Sinnfrage, wenn nur Anschubfinanzierungen (zum Beispiel durch DFG und BMBF) bereitgestellt werden, aber nachhaltige Geschäftsmodelle bisher fehlen.

Empfehlungen für nachhaltige Publikationsmodelle

Unsere Beispiele zeigen, dass das Segment der verlagsunabhängigen scholar-led Open-Access-Journale, die im Laufe der letzten Jahren gegründet worden sind, eine wichtige Rolle im wissenschaftlichen Publizieren spielt: Diese Journale füllen gerade in interdisziplinären Forschungsfeldern Lücken auf dem Publikationsmarkt, setzen wissenspolitische Anliegen publizistisch um und schärfen das Bewusstsein für die Open-Access-Idee. Darüber hinaus sind sie gut geeignet, um alternative Finanzierungswege zum APC-Modell zu erproben. Dies ist für die gesamte Open-Access-Community wichtig, weil mit dem APC-Modell die Gefahr einhergeht, dass die Kosten für wissenschaftliches Publizieren weiter steigen und sich Dominanzverhältnisse in der Wissensproduktion verschärfen.

Die aktuelle Open-Access-Förderung erfolgt zweigleisig: Auf der einen Seite werden Publikationsinfrastrukturen gefördert, die unabhängiges wissenschaftliches Publizieren ermöglichen sollen. Auf der anderen Seite werden Gelder in Publikationsfonds gelenkt, aus denen die von Verlagen erhobenen APC finanziert werden können. Zugleich fehlt es den Redaktionen aber an finanzieller Unterstützung über die Anschubfinanzierung hinaus – sie haben keinen Zugriff auf die neuen Finanzierungstöpfe für Open Access und somit laufen die beiden Gleise der Open-Access-Förderung auseinander. Der Effekt: Innovative Open-Access-Projekte müssen eingestellt werden, die Publikationsinfrastrukturen verlieren nach und nach ihre Nutzer*innen, und das wissenschaftliche Publizieren verbleibt wesentlich Aufgabe von (Groß-)Verlagen.

Für die Redaktionskollektive der vorgestellten Journale gehört Open-Access-Publishing in die Hand der Wissenschaftler*innen – und damit sind Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Fachgesellschaften und Forschungsförderer auch für ihre nachhaltige Finanzierung verantwortlich. Konkret könnte dabei an drei Punkten angesetzt werden:

Erstens: Wir brauchen Stellen(-anteile) für Redaktionsarbeit und Editorial Management. Verlagsunabhängiges Open Access ist eine Chance, endlich anzuerkennen, dass auch redaktionelle Publikationstätigkeiten zum Aufgabenspektrum von Wissenschaftler*innen gehören und entsprechend entlohnt werden müssen. Die Open-Access-Community und Netzwerke, die sich gegen prekäre Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft einsetzen, haben hier gemeinsame Interessen, die sie auch politisch zur Geltung bringen könnten.

Zweitens: Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssen flexiblere Möglichkeiten anbieten können, sich an Publikationsprojekten finanziell oder mit Stellen(-anteilen) zu beteiligen. Eine Möglichkeit wäre, Publikationsfonds so zu gestalten, dass sie neben APCs auch andere Geschäftsmodelle unterstützen. Einzelne Wissenschaftler*innen, Lehrstühle oder Einrichtungen könnten sich darauf bewerben, ihr Engagement für ein Publikationsprojekt zu finanzieren. Dazu müssen Qualitäts- und Transparenzkriterien aufgestellt werden, vergleichbar mit den Kriterien für APC-Erstattung.24 Auch wäre die Einrichtung eines bundesweiten Bibliothekskonsortiums zur Unterstützung von Platin-OA-Zeitschriften zu überlegen, das qualitativ hochwertige Journale abhängig von regelmäßiger Evaluation dauerhaft finanziert. Das Ziel muss eine Finanzierungsstruktur sein, in der redaktionelle Aufgaben langfristig abgesichert werden und befristete Mittel für innovative Weiterentwicklungen genutzt werden können.

Drittens: Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Forschungsbibliotheken können die Redaktionskollektive konkret unterstützen, indem sie Services bündeln, die für ein qualitativ hochwertiges Publishing nötig sind. Lektorats- und Korrektoratsdienste, Übersetzungen, Layout und Design sollten von ausgebildeten Fachkräften übernommen werden. Eine Möglichkeit wäre, diese Dienstleistungen zusammen mit der Publikationsinfrastruktur in Open-Access-Zentren oder Hochschulverlagen anzubieten. Dafür könnten Gelder von Subskriptions- und APC-Modellen zu Open-Access-Zentren oder Hochschulverlagen umgeschichtet werden. So würden nicht nur Redaktionskollektive profitieren, sondern auch die Bibliothekscommunity, die auf diese Weise enger mit den Nutzer*innen der Publikationsinfrastrukturen zusammenarbeiten und diese gemeinsam weiterentwickeln kann. Schließlich brauchen Redaktionen nachhaltige Publikationsinfrastrukturen ebenso, wie jene Publikationsinfrastrukturen Redaktionen brauchen, die sie für qualitativ hochwertigen Inhalte nutzen.

Danksagung

Wir danken Max Bergmann, Maike Neufend, Simon Ottersbach und Anita Runge für die engagierten Diskussionen und zahlreichen Hinweise zu diesem Artikel.

Literatur

Crawford, Walt 2019: Gold Open Access 2013–2018: Articles in Journals (GOA4). Cites & Insights Books: Livermore, California. https://waltcrawford.name/goa4.pdf

Czymborska, Anita 2017: Open-Access-Ideologie und nachteilige Systemwirkungen. Einige Überlegungen. LIBREAS. Library Ideas, 32 (2017). https://libreas.eu/ausgabe32/anonym/

Keller, Alice 2017: Finanzierungsmodelle für Open-Access-Zeitschriften. Bibliothek Forschung und Praxis 41(1). https://doi.org/10.1515/bfp-2017-0012

Neylon, Cameron (im Erscheinen): Research excellence is a neo-colonial agenda (and what might be done about it) in Kraemer-Mbula, Tijssen, Wallace & McLean. Transforming Research Excellence. African Minds: Cape Town.

Pampel, Heinz 2019: Open Access an wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland. Ergebnisse einer Erhebung im Jahr 2018. http://doi.org/10.2312/os.helmholtz.005

Piron, Florence 2018: Postcolonial Open Access in Herb, Schöpfel. Open Divide: Critical Studies on Open Access. Litwin Books: Sacramento, California. http://hdl.handle.net/20.500.11794/16178

Riechert, Patrick/Dubois, Frédéric 2017: Open Abstracts: a new peer review feature that helps scholars develop connections and encourages transdisciplinarity. LSE Impact Blog. https://blogs.lse.ac.uk/impactofsocialsciences/2017/07/27/open-abstracts-a-new-peer-review-feature-that-helps-scholars-develop-connections-and-encourages-transdisciplinarity/

Schönfelder, Nina 2019: Sind APCs das dominierende Geschäftsmodell bei Open-Access-Zeitschriften?. https://oa2020-de.org/blog/2019/08/19/APCs-dominierendes-Modell/


  1. https://www.kleinefaecher.de/.

  2. Hierunter ist eben der Verzicht auf jedwede Artikel- oder Publikationsgebühren zu verstehen. Es gibt hier diverse neue Farbschemata, die die klassische Grün/Gold-Klassifizierung im Open-Access-Kontext erweitern.

  3. Workshop 11: Was darf Qualität kosten? Geschäftsmodelle für neue, nicht-APC-finanzierte Open-Access-Journals, vergleiche https://open-access.net/community/open-access-tage/open-access-tage-2019/programm/.

  4. https://www.crolar.org/.

  5. https://policyreview.info/.

  6. https://meta-journal.net/.

  7. https://www.on-culture.org/.

  8. https://opengenderjournal.de/.

  9. Rubrik _Perspectives der Zeitschrift On_Culture: https://www.on-culture.org/journal/perspectives.

  10. Rubrik Open Abstracts der Zeitschrift Internet Policy Review https://policyreview.info/open-abstracts.

  11. So zum Beispiel den Tagungsband 2017 der Fachgesellschaft Geschlechterstudien: Aktuelle Herausforderungen der Geschlechterforschung, https://opengenderplatform.de/open-gender-collections/tagungsbande-fgg/tagungsband-2017.

  12. Vergleiche hierzu den Jussieu Call von 2017 (https://jussieucall.org/jussieu-call/, den wir inhaltlich voll unterstützen.

  13. Vergleiche Piron (2018) zur unidirektionalen Idee des freien Wissenstransfers von Nord nach Süd; sowie Neylon (2019) zur Kritik an Qualität und Exzellenz im globalen Open-Access-Zusammenhang.

  14. https://policyreview.info/about.

  15. Vergleiche hierzu die Ausführungen zum Open-Abstracts-Modell von Riechert/Dubois (2017).

  16. Das laufende DFG-Projekt Innovatives Open Access im Bereich Small Science am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft unterstützt Zeitschriften bei dieser Suche unter anderem mit einer skalierbaren Budget-Toolbox (Veröffentlichung: Herbst 2020), vergleiche https://www.hiig.de/project/innovatives-open-access-im-bereich-small-science-innoaccess/.

  17. Publish-and-Read-Verträge, wie sie etwa im Rahmen von Project-DEAL ausgehandelt werden, stellen eine Sonderform des APC-Modell dar, insofern mit den Artikelgebühren zugleich Zugang zum gesamten Verlagsangebot für die teilnehmenden Institutionen erkauft wird.

  18. https://www.fairopenaccess.org/.

  19. Voraussetzung für eine Bewerbung bei Knowledge Unlatched war bislang, dass Journale mindestens zehn Jahre bestehen. Die Open Library of Humanities nimmt weiterhin nur Zeitschriften in die Förderungen auf, die bisher im Subskriptionsmodell erschienen sind.

  20. Dies scheint für Zeitschriften in den Regionalstudien ein besonderer Posten zu sein, da vielfach das Englische als Wissenschaftssprache hinterfragt wird.

  21. Neben redaktionellen Tätigkeiten fallen auch Tätigkeiten als Gutachter*innen oder Gastherausgeber*innen an, die ebenfalls ehrenamtlich geleistet werden.

  22. Wo bei Verlagen Lektorat, kaufmännische Aufgaben, Marketing und Mediengestaltung idealiter jeweils von ausgebildeten Fachkräften übernommen werden, haben die Journale in unserem Segment nur begrenzte Möglichkeiten, arbeitsteilig vorzugehen. Viele Aufgaben fallen in den Bereich der wissenschaftlichen Redakteur*innen.

  23. Zu Recht wird nur gefördert, was den hohen Standards der Wissenschaft und des Publikationswesens entspricht.

  24. Die Universität Leipzig hat zu diesem Zweck einen PublikationsfondsPlus eingerichtet, allerdings beträgt die Förderhöchstsumme pro Projekt nur 3.000 € (siehe https://www.ub.uni-leipzig.de/open-science/publikationsfonds plus/). Auch wenn dies ein erster, kleiner Schritt in die richtige Richtung ist, bleibt es beim Gießkannenprinzip: punktuelle, eben nicht nachhaltige Förderung.


Kathrin Ganz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Margherita-von-Brentano-Zentrum der Freien Universität Berlin. Sie arbeitet im BMBF-Projekt „Open Gender Platform“ und ist Gründungsredakteurin des Open Gender Journals. Zuvor promovierte sie zum politischen Diskurs des netzpolitischen Aktivismus an der Technischen Universität Hamburg. https://orcid.org/0000-0003-3968-3470

Marcel Wrzesinski ist Open-Access-Officer am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft und wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt „InnOAccess“. Zuvor betreute er als Fachredakteur die Open-Access-Aktivitäten am International Graduate Centre for the Study of Culture (Gießen) und war wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem BMBF-Projekt zur Open-Access-Transformation in der Geschlechterforschung. Er ist zudem Mitgründer des Open Gender Journal. https://orcid.org/0000-0002-2343-7905

Markus Rauchecker ist Postdoc am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-Projekt „Integrative Biodiversitätsforschung in der kolumbianischen Karibik“ (ColCari) und Gründungsredakteur von CROLAR – Critical Reviews on Latin American Research. Kontakt: markus.rauchecker@fu-berlin.de