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Das liest die LIBREAS, Nummer #4 (Winter 2018-Frühling 2019)


Zitiervorschlag
Redaktion LIBREAS, "Das liest die LIBREAS, Nummer #4 (Winter 2018-Frühling 2019)". LIBREAS. Library Ideas, 35 ().


Beiträge von Eva Bunge (eb), Ben Kaden (bk) Karsten Schuldt (ks), Michaela Voigt (mv)

1. Zur Kolumne

Das Ziel dieser Kolumne ist, eine Übersicht über die in der letzten Zeit erschienene bibliothekarische, informations- und bibliothekswissenschaftliche sowie für diesen Bereich interessante Literatur zu geben. Enthalten sind Beiträge, die der LIBREAS-Redaktion oder anderen Beitragenden als relevant erschienen.

Themenvielfalt sowie ein Nebeneinander von wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Ansätzen wird angestrebt. Auch in der Form sollen traditionelle Publikationen ebenso erwähnt werden wie Blogbeiträge oder Videos beziehungsweise TV-Beiträge.

Gern gesehen sind Hinweise auf erschienene Literatur oder Beiträge in anderen Formaten. Die Redaktion freut sich über entsprechende Hinweise (siehe http://libreas.eu/about/, Mailkontakt für diese Kolumne ist ). Die Koordination der Kolumne liegt bei Karsten Schuldt. Verantwortlich für die Inhalte sind die jeweiligen Beitragenden. Die Kolumne unterstützt den Vereinszweck des LIBREAS-Vereins zur Förderung der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Kommunikation.

LIBREAS liest gern und viel Open-Access-Veröffentlichungen. Wenn sich Beiträge doch einmal hinter eine Bezahlschranke verbergen, werden diese durch [Paywall] gekennzeichnet. Zwar macht das Plugin Unpaywall (http://unpaywall.org/) das Finden von legalen Open-Access-Versionen sehr viel einfacher. Als Service an der Leserschaft verlinken wir OA-Versionen, die wir vorab finden konnten, jedoch nach Möglichkeit auch direkt. Für alle Beiträge, die nicht frei zugänglich sind, empfiehlt die Redaktion Werkzeuge wie den Open Access Button (https://openaccessbutton.org/) zu nutzen oder auf Twitter mit #icanhazpdf (https://twitter.com/hashtag/icanhazpdf?src=hash) um Hilfe bei der legalen Dokumentenbeschaffung zu bitten.

2. Artikel und Zeitschriftenausgaben

In Österreich kam in den letzten Jahren eine Diskussion darüber auf, welche Auswirkungen prekäre Arbeitsverhältnisse in Bibliotheken für das betroffene Personal haben und wie verbreitet diese eigentlich sind. Eine Arbeitsgruppe beim Präsidium der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare untersuchte diese Frage. Ute Wödl stellt deren Ergebnisse vor: Basis ist eine Umfrage, an der im Mai 2017 immerhin 616 KollegInnen teilgenommen haben. Erkennbar sei, dass der Grossteil dieser eine universitäre Ausbildung abgeschlossen hätten, obgleich die Stellen mit dieser Voraussetzung zurückgehen. Der Einstieg ins Berufsfeld erfolgte fast immer über befristete Stellen, rund 30 % des Personals in österreichischen Bibliotheken sei aktuell auf solchen Stellen eingestellt. Zufrieden sind die KollegInnen im allgemeinen mit den konkreten bibliothekarischen Aufgaben, aber unzufrieden mit allgemeiner Unterforderung, mangelnde[r] Führungsqualität und schlechte[m] Betriebsklima sowie Überforderung durch Arbeitsüberlastung und zu hohe Erwartungshaltung [Wödl 2018: 445]. Schlechte Bezahlung und die unsicheren Arbeitsverhältnisse tragen auch, aber weniger, zur Unzufriedenheit bei. Die Arbeitsgruppe nennt die Ergebnisse nicht so besorgniserregend [Wödl 2018: 448], gibt aber trotzdem Hinweise, sie zu verbessern und regt gleichzeitig an, die Untersuchung in einigen Jahren zu widerholen. Positiv zu erwähnen ist auch, dass sich das Präsidium des Bibliotheksverbandes dieser Fragen des Personals angenommen hat. Dies könnte für die Verbände in anderen Ländern ein Vorbild sein. (Wödl, Ute (2018). Prekäre Arbeitsverhältnisse im Bibliothekswesen. In: Mitteilungen der VÖB 71 (2018) 3/4, 433–450, https://doi.org/10.31263/voebm.v71i3-4.2164) (ks)

Einen Überblick zu verschiedenen Strategien, mittels der Definition spezifischer Positionen und Aufgabenfelder für das Bibliothekspersonal auf die Herausforderungen für Wissenschaftliche Bibliotheken zu reagieren, versuchen Masanori Koizumi und Michael Majewski Widdersheim durch eine Clusteranalyse der Job-Titel und -Beschreibungen von 60 US-amerikanischen research libraries. Sie identifizieren sieben verschieden Strategien, die sich unter anderem darin unterscheiden, wie viele spezialisierte BibliothekarInnen in einer Einrichtung angestellt sind. Gleichzeitig wird in ihrer Studie sichtbar, dass einerseits die eher generische Position SystembibliothekarIn am meisten verbreitet ist, andererseits aber für bestimmte Aufgaben (unter anderem Repositorien, digital librarians und electronic resource librarians) feine Differenzierungen vorgenommen werden. (Koizumi, Masanori ; Majewski Widdersheim, Michael (2018). Specialities and strategies in academic libraries: a cluster analysis approach. In: Library Management, 40 (2018), 1/2, 40–58, https://doi.org/10.1108/LM-10-2017-0114) [Paywall] (ks)

Hochschulbibliotheken haben im letzten Jahrzehnt verstärkt ihre Räume umgebaut, um auf erwartete Veränderungen der Bedarfe von Studierenden zu reagieren. Es wurde angenommen – und auch räumlich umgesetzt –, dass mehr Arbeitsplätze benötigt würden, die einerseits flexibel zu nutzen sein und andererseits unterschiedliche Formen von Gruppenarbeiten ermöglichen sollen. So entstanden Lernlandschaften und Gruppenarbeitsräume mit unterschiedlichen Ausstattungsvarianten, die heutige Hochschulbibliotheken prägen. Gleichzeitig führten in den letzten Jahren Bibliotheken Umfragen und andere lokale Studien dazu durch, wie diese Räume tatsächlich genutzt werden und wie Studierenden heute tatsächlich lernen. Die Ergebnisse dieser Studien gleichen sich: Die erwarteten, grossen Veränderungen im Lernen sind nicht eingetreten. Weiterhin nutzen Studierende die Bibliothek hauptsächlich zum individuellen Lernen (das auch in Gruppen, also individuell nebeneinander). Gruppenarbeiten kommen vor, dafür werden die Gruppenarbeitsräume auch genutzt, aber nicht so massiv, wie es erwartet wurde. Studierende arbeiten offenbar in Gruppen, wenn dies ihr Auftrag aus Lehrveranstaltungen ist. Aber die Vorstellung, dass sie auch andere Lernaktivitäten in Gruppensettings organisieren würden (was teilweise als soziales Lernen vorhergesagt wurde), hat sich nicht bestätigt. Ebenso finden andere Lernformen als die individuelle Arbeit statt, aber auch hier eher weniger als erwartet. Es liegt also nicht daran, dass die Studierenden diese Formen von Lernaktivitäten nicht kennen würde, sondern eher daran, dass sie eher individuell arbeiten wollen. Für die Texas State University erschien zuletzt eine weitere dieser Studien, die durch eine Befragung zu Lernaktivitäten ihrer Studierenden wieder zu diesem Ergebnis gelangte. Der Text zeichnet sich durch eine sehr tiefe Aufschlüsselung der Daten aus, selbstverständlich sind diese in ihrer Spezifik auch von den lokalen Umständen geprägt; grundsätzlich stellt sich aber die Frage, ob noch weitere dieser Befragungen notwendig sind oder ob Hochschulbibliotheken nicht anfangen sollten, diese Frage als geklärt anzusehen und auf dieser Basis die Weiterentwicklung ihrer Räume zu planen. Das ändert nichts daran, dass grundsätzlich immer zu wenig Lernarbeitsplätze vorhanden sind. (Hegde, Asha L. ; Boucher, Tricia M. ; Lavelle, Allison D. (2018). How Do You Work? Understanding User Needs for Responsive Study Space Design. College & Research Libraries 79 (2018) 7, https://doi.org/10.5860/crl.79.7.895) (ks)

Klassifikation und Katalogisierung im Bibliothekswesen, wie sie im DACH-Raum etabliert sind, sind fest in der europäischen Denktradition verankert; sie sind nicht kontextlos (und so auch nicht ohne Geschichte oder Ausschlüsse, also nicht objektiv). Für die Bibliothekswissenschaft und -praxis wäre dieser Fakt ein Ansatz, um über die Grundlagen der Klassifikation nachzudenken und diese zu verbessern; auch wenn das bislang selten getan wird. Ein Ansatz, um dieses Verankertsein in einer Denktradition konkret festzumachen, ist immer die Beschäftigung mit Alternativen, möglichen und tatsächlich existierenden. Eine Reihe von First Nations in Kanada und den USA nutzen mit der Brain Deer Classification eine solche Alternative, welche die Klassifikationspraxis von Bibliotheken dieser First Nations in Einklang mit ihren Denktraditionen bringen soll. Die Klassifikation geht nicht von der Einteilung von Wissen aus, sondern der Situierung von Wissen im gelebten Alltag, räumlichen und zeitlichen Verbindungen. Selbstverständlich ist das Ziel dieser Klassifikation, die Bibliotheken für ihre Community nutzbar zu machen – und nicht etwa, anderen Kulturen die Grenzen der eigenen Denktraditionen aufzuzeigen. Aber das ist einer der Effekte. Annie Bosum und Ashley Dunne stellen die Nutzung dieser Klassifikation in der Bibliothek des Aanischaaukamikw Cree Cultural Institute (Oujé-Bougoumou, Quebec, Canada) vor. (Bosum, Annie ; Dunne, Ashley (2017). Implementing the Brian Deer Classification Scheme for Aanischaaukamikw Cree Cultural Institute. Collection Management 42 (2017) 3/4, 280–293, https://doi.org/10.1080/01462679.2017.1340858) [Paywall] (ks)

Kate Dohe, Digital Programs & Initiatives Manager in den Bibliotheken der University of Maryland, reflektiert darüber, wie und wieso digitale Bibliotheksangebote und -abteilungen – auch solche, die selber programmierend beitragen und nicht einfach Software von Firmen kaufen – weiterhin gesellschaftliche Machtstrukturen reproduzieren, sowohl auf inter-bibliothekarischen Level als auch lokal. Sie reflektiert darüber, was eigentlich wirklich als Arbeit geleistet wird und was hingegen als Arbeit wertgeschätzt oder nicht wertgeschätzt wird – und thematisiert, dass dies alles nicht so sein müsste, wie es ist. Insbesondere zeigt sie, dass die Probleme strukturell sind – also, das Geld, Geschlecht, andere Differenzverhältnisse auch dann wirken, wenn es sich um IT-Personal handelt, welches nicht unbedingt die Silicon Valley Bro-Kultur lebt, sondern aus persönlichen Gründen in Bibliotheken arbeitet. Sehr richtig ist ihre Anmerkung, dass sie es müde ist, das alles immer und immer wieder erklären zu müssen. Ebenso richtig die Anmerkung, dass interpersonelles Verhalten, welches diese Strukturen abbauen helfen könnte, genauso erlernt werden kann, wie zum Beispiel das Programmieren – und eben nicht eine unveränderliche, persönliche Charaktereigenschaft darstellt (die zufälligerweise immer wieder Frauen haben sollen.) Ein wichtiger Text. (Dohe, Kate (2019). Care, Code, and Digital Libraries: Embracing Critical Practice in Digital Library Communities. In: In the Library with the Lead Pipe 20.02.2019, http://inthelibrarywiththeleadpipe.org/2019/digital-libraries-critical-practice-in-communities/) (ks)

Die großen Entwicklungslinien um die DEAL-Verhandlungen und Plan S lassen mitunter den Eindruck entstehen, dass Grünes Open Access ein Auslaufmodell ist. Regine Tobias vom KIT macht in ihrem Artikel – eine Ausarbeitung ihres Vortrags beim Bibliothekstag 2018 – deutlich, dass dem Grünen Weg insbesondere mit Blick auf institutionelle, regionale oder nationale Zielvorgaben für OA-Quoten weiterhin eine wichtige Rolle zukommt: Sie gewährt einen tiefen Einblick in die Praxis, in Bezug auf Vorüberlegungen und Policyentscheidungen ebenso wie in Fragen der Integration im eigenen Forschungsinformationssystem mit OA-Repository-Funktion. Vor allem Policyentscheidungen scheinen maßgeblich für die erfolgreiche und flächendeckende Umsetzung: Regine Tobias beschreibt klar, für welche Aspekte, für die Recht ausgelegt sowie Risiko, Aufwand und Nutzen abgewägt werden müssen, am KIT in Rücksprache mit der Rechtsabteilung Entscheidungen getroffen wurden. Damit ist der Beitrag auch ein klares Statement zu einem pragmatischen, zielgerichteten Umgang mit dem gesetzlich verankerten Zweitveröffentlichungsrecht nach § 38 (4) UrhG. (Artikel: Tobias, Regine (2018). Optimierung der Workflows für Zweitveröffentlichungen – der Grüne Weg am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). o-bib. Das offene Bibliotheksjournal, 5 (2018), 4. https://doi.org/10.5282/o-bib/2018h4s71-83; Vortrag: Tobias, Regine (2018). Die Quote kommt – Einwerbung von Open-Access-Publikationen durch nutzernahe Workflows im Repository. 107. Deutscher Bibliothekartag, Berlin, 2018. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0290-opus4-35961) (mv)

Öffentliche Bibliotheken: Nutzung und Alltag

Öffentliche Bibliotheken werden oft mit einbezogen, wenn Stadtentwicklung geplant wird. Ihnen werden dann von der Politik Aufgaben zugeschrieben, welche über die eigentliche Bibliotheksarbeit hinausgehen: Sie sollen den Stadtteil beleben, helfen, die Wirtschaft voranzutreiben, das Image der Stadt verändern oder ähnliches. In vielen Fällen profitieren Bibliotheken davon, indem ihr Etat erhöht, Personalstellen geschaffen oder gar neue Bibliotheksgebäude errichtet werden. Geelong, eine Stadt rund 35 Kilometer von Melbourne entfernt, versucht auf Strukturveränderungen (unter anderem dem Zusammenbruch der örtlichen Wollindustrie, Rückzug der Automobilindustrie inklusive Zulieferbetriebe) zu reagieren, indem sie sich zur Smart City entwickelt, hier verstanden als Hub für Start-Ups, Kultur und Bildung, ausserhalb, aber in Verbindung zur Metropole Melbourne. In diese offizielle Entwicklungsstrategie ist die Public Library der Stadt integriert worden. 2015 wurde unter anderem ein neues Bibliotheksgebäude in zeitgenössischer Architektur am Hauptbahnhof eröffnet, inklusive der heute bei solchen Gebäuden zu erwartenden Flächen für flexible Nutzung, kreatives Arbeit, Business-Center und technischen Infrastruktur. Leorke, Wyatt und McQuire untersuchten nun, wie sich dieser Anspruch, als Hub für die Strukturveränderung zu dienen, auf die tägliche Arbeit der Bibliothek auswirkt. Grundsätzliches Ergebnis ist, dass die Bibliothek zwischen dem Reagieren auf den offiziellen Diskurs und den tatsächlichen Bedürfnissen ihrer Nutzerinnen und Nutzer balanciert. Während einerseits Angebote gemacht und Diskurse bedient werden, welche vorgeblich den Strukturwandel unterstützen, ist andererseits die tägliche Arbeit nicht davon geprägt. Der Grossteil der Arbeit besteht – da hier ein Interesse besteht – in der Arbeit mit dem Buch, der Ausleihe und dem Anbieten eines offenen Ortes. Real hat der offizielle Diskurs kaum Einfluss auf die Realität der bibliothekarischen Arbeit (oder der Interessen der NutzerInnen). Relevant ist aber, dass die neue Bibliothek zum negativen Symbol für den Stadtumbau wurde, als zwei Zweigstellen in anderen Teilen der Stadt geschlossen und von Teilen der Bevölkerung dafür die Strategie der Stadt, Dienste im Stadtzentrum zu konzentrieren, verantwortlich gemacht wurden. (Leorke, Dale ; Wyatt, Danielle ; McQuire, Scott (2018). More than just a library: Public libraries in the smart city. In: City, Culture and Society 15 (2018), 37–44, https://doi.org/10.1016/j.ccs.2018.05.002) [Paywall] (ks)

Wie Menschen, die neu in einem Land ankommen, die Öffentlichen Bibliotheken nutzen, ist ein Thema, welches in den letzten Jahren mehrfach anhand von Untersuchungen der Situation einzelner Bibliotheken einer Handvoll von Ländern (Skandinavien, Kanada, Australien – Länder, die sich explizit als Einwanderungsgesellschaften begreifen) bearbeitet wurde. Der Artikel Settling in: how newcomers use a public library von Shepherd, Petrillo & Wilson ist die Darstellung einer weiteren dieser Untersuchungen, diesmal über die Bibliothek von Surrey, einer Grossstadt nahe Vancouver (Kanada). Sie verorten ihre Ergebnisse in denen vorhergehender Studien (die grundsätzlich zu ähnlichen Ergebnissen kamen) und können zeigen, dass zumindest für diese Gesellschaften immer wieder das gleiche gilt: Öffentliche Bibliotheken können eine Einrichtung und ein Ort sein, welcher aktiv das Ankommen in der neuen Gesellschaft und die Integration fördert, wenn sie denn genutzt werden. Neu ankommende Menschen, insbesondere die, welche nicht in einer der Landessprachen fluent sind, nutzen die Öffentlichen Bibliotheken – wenn sie sie nutzen – durchschnittlich länger als Einheimische, nutzen Services wie Veranstaltungen mehr, borgen aber grundsätzlich ähnlich viel aus. Gerade in den ersten Jahren borgen sie mehr Sachmedien aus, insbesondere über die kulturellen und sozialen Eigenheiten ihrer neuen Heimat. Mehrsprachige Bestände erkennen sie positiv als Integrationsmassnahme an, finden sie aber oft veraltet, zahlenmässig zu gering und auch zu oberflächlich. Sie vertrauen der Bibliothek als Einrichtung und dem Bibliothekspersonal mehr als anderen Einrichtungen. Die Herausforderung für Bibliotheken ist vor allem, sie zu den ersten Besuchen zu überzeugen und dann eine einladende Atmosphäre zu generieren. Alle Neuankommenden bringen aus ihrer vorherigen Gesellschaft Bilder über Öffentliche Bibliotheken mit, die nicht mit den Bibliotheken in ihrer neuen Heimat übereinstimmen müssen – aber das muss erst einmal von ihnen bemerkt werden. (Shepherd, John ; Petrillo, Larissa ; Wilson, Allan (2018). Settling in: How newcomers use a public library. In: Library Management 39 (2018) 8/9, 583–596, https://doi.org/10.1108/LM-01-2018-0001) [Paywall] (ks)

Eine Auswirkung der zunehmenden sozialen Spaltung, gerade in den Städten, ist die Zunahme von Obdachlosigkeit, auch im DACH-Raum. Auch wenn gerne darauf verwiesen wird, dass diese in den USA, Kanada, Grossbritannien sichtbarer und stärker wäre, hiesse es nur die Augen zu verschliessen, würde man die Zunahme im deutschen Sprachraum ignorieren. Menschen ohne festen Wohnsitz nutzen Bibliotheken und werden in Zukunft verstärkt Bibliotheken nutzen – aus unterschiedlichen Gründen. Gleichzeitig gibt es – zum Glück – Einrichtungen, welche Menschen in diesen Lagen helfen wollen, ihr Leben sicherer zu leben (und diese Phase auch wieder zu verlassen): Obdachlosenheime, Vereine, Anlaufstellen, soziale Einrichtungen. Gut möglich, dass sie sich auch in Europa wieder stärker etablieren. Deshalb ist die Studie von Mark A. Giesler (Michigan) darüber, wie solche Einrichtungen Bibliotheken wahrnehmen und welche Kontakte sie mit ihnen haben, auch über die USA hinaus instruktiv. Giesler führte mit insgesamt 32 SozialarbeiterInnen, Angestellten in Homeless Shelters und ähnlichen Einrichtungen Fokusgruppen zu dieser Frage durch. Hauptergebnis waren: (1) Auch dieses Personal weiss wenig darüber, was Menschen ohne festen Wohnsitz machen, wenn sie ihre Einrichtungen verlassen. (2) Sie wissen, dass Bibliotheken im Leben ihrer KlientInnen eine Rolle spielen und shelter functions übernehmen – weil sie offen zugänglich und sicher sind. Dabei wissen sie auch, dass ein Teil ihre KlientInnen in Konflikte gerät, unter anderem, da ihnen die Regeln und der Sinn der Bibliothek nicht bekannt seien und sie diese vor allem als Aufenthaltsraum wahrnehmen – was aber auch in Sheltern manchmal Probleme macht. (3) Trotzdem haben die Meisten keine formalen Kontakte mit den Öffentlichen Bibliotheken ihrer Gegend. Sie weisen ihre KlientInnen auf Angebote von Bibliotheken hin; sie hören meistens von Bibliotheken nur wegen Problemen. (4) Sie können sich aber fast alle vorstellen, gute Arbeitskontakte mit den Bibliotheken zu haben. Grundsätzlich sind sie dafür offen, es fehlt zumeist an Zeit und schon etablierten Kontakten, oft geht diese Möglichkeit einfach unter der anderen Arbeit unter. Die Kontakte müssen irgendwie hergestellt werden, dann liessen sich die Angebote von Bibliotheken auch besser für Menschen ohne festen Wohnsitz nutzen und gleichzeitig Konflikte vermeiden. Damit muss jemand anfangen. (Giesler, Mark A. (2019). The Collaboration Between Homeless Shelters and Public Libraries in Addressing Homelessness: A Multiple Case Study. In: Journal of Library Administration 59 (2019) 1, 18–44, https://doi.org/10.1080/01930826.2018.1549405) [Paywall] (ks)

Die Kritik von Zhang und Chawner an anderen Arbeiten zum Themenbereich Obdachlose / Menschen ohne festen Wohnsitz und Bibliotheken ist, dass die Stimmen dieser Menschen kaum gehört werden. In ihrer Studie wollten sie dies ändern und führten in Auckland (Neuseeland) Interviews mit solchen Personen durch, die regelmässig die dortige Central City Library nutzen. Grundsätzlich stellen sie fest, dass Bibliotheken im anglo-amerikanischen Raum dazu übergegangen sind, Menschen ohne festen Wohnsitz nicht mehr als schwierige NutzerInnen oder gar Gefahr zu sehen, sondern als Menschen, die den gleichen Anspruch auf Informationen und Nutzung von Bibliotheken haben wie alle anderen auch und deshalb zum Beispiel ermöglicht haben, Bibliotheksausweise auf Adressen von homeless shelters auszustellen. Dies hat auch die Wahrnehmung der Bibliotheken durch diese Menschen selber verändert. Wichtig ist für viele, eine Routine aufrecht zu erhalten und Räume zu haben, in denen sie sich sicher und willkommen fühlen. Zumindest die Central Library bietet dies, auch – wie von den interviewten Personen hervorgehoben wird – durch das Personal. (Um dies zu erreichen musste die Bibliothek aber einige Fortbildungen durchführen.) Wichtig sind Angebote wie ein Movie Club (montags) und ein Buchclub, der zwar für Menschen ohne festen Wohnsitz eingerichtet wurde, aber allen offen steht. Relevant ist, dass diese Angebote verlässlich regelmässig stattfinden und die von Obdachlosigkeit Betroffenen in ihnen mitsprechen können. Dies erhöhte mit der Zeit das Vertrauen in die Institution Bibliothek. Entgegen der Vorstellung von schwierigen NutzerInnen sind sich Menschen ohne festen Wohnsitz sehr wohl bewusst, was die Aufgaben und Möglichkeiten von Bibliotheken sind und nutzen sie auch so. Nur sehr wenige schlafen zum Beispiel in der Bibliothek, und wenn, dann auch nur sehr kurz. (Zhang, Hao ; Chawner, Brenda (2018). Homeless (rough sleepers) perspectives on public libraries: a case study. In: Global Knowledge, Memory and Communication 67 (2018) 4/5, 276–296, https://doi.org/10.1108/GKMC-11-2017-0093) [Paywall] (ks)

Einen instruktiven Einblick in seine Arbeit als Sozialarbeiter in der Öffentlichen Bibliotheken in Georgetown, einer konservativ geprägten texanischen Kleinstadt in der Nähe von Austin, gibt Patrick Lloyd. Er postuliert, dass Stellen wie seine in den letzten Jahren in den USA, Kanada und auch darüber hinaus in grosser Zahl geschaffen wurden, dass aber bislang Literatur und Forschung zu diesem Bereich fehlt. Zudem beschreibt er die spezifischen Herausforderungen in einer wachsenden Stadt, in der ein Grossteil der Bevölkerung (und Politik) sich weiterhin in einer ländlichen Gemeinde leben sieht, in welcher alles perfekt sei und Dinge wie Obdachlosigkeit oder häusliche Gewalt nicht existieren würden. Die Bibliothek versteht er als protective factor für Menschen in schwierigen Situationen, er insistiert auch darauf, dass es nicht seine Aufgabe als Sozialarbeiter ist, die Probleme der Bibliothek mit diesen Menschen zu lösen, sondern Menschen dabei zu unterstützen, dahin zu kommen, ihre Bedürfnisse selbstständig erfüllen zu können. Das wirkt auch beruhigend auf die Bibliothek, aber ist nicht das Hauptziel. Weiterhin beschreibt er, wie er die Kultur innerhalb der Bibliothek langsam ändert, hin zur Bewertung von Verhaltensweisen und nicht von Menschen, auch hin zu einem pro-aktiven Umgang mit Problemen durch das Personal und damit einhergehend einem besseren Verständnis für die Probleme und Lebenslagen von Menschen in sozialen Schwierigkeiten durch dieses Personal. Für den deutschen Sprachraum sind weniger die konkreten Fakten aus Georgetown interessant als die grundsätzlichen Überlegungen. Gleichzeitig würde man sich solche Texte aus hiesigen Bibliotheken auch wünschen. [Patrick Lloyd (2019). The Public Library as a Protective Factor: An Introduction to Library Social Work. In: Public Library Quarterly, https://doi.org/10.1080/01616846.2019.1581872] [Paywall] (ks)

Brexit-Edition: Zur Krise der Bibliotheken in Grossbritannien

Neoliberale Politik und Austerität als Grundprinzip der nationalen und regionalen Politik in Grossbritannien (sowohl unter Labour, Coalition oder Tories) haben unter anderen zu einer Situation geführt, in der die dortigen Öffentlichen Bibliotheken sich heute ständig unter realem Druck sehen. Regelmässigen Schliessungen von Bibliotheken stehen Aufforderungen gegenüber, trotzdem ständig neue und innovative Angebote zu machen. Durch den Rückzug des Staates von vielen seiner Steuerungsfunktionen hat sich heute als politische Strategie etabliert, in eher kurzfristigen Initiativen Bibliotheken und andere Einrichtungen zur Entwicklung solcher innovativen Angebote zu animieren, in der Erwartungen, dass diese nach der jeweiligen Förderungslaufzeit eigenständig weitergeführt werden, wenn sie erfolgreich sind. Wilson untersucht den Effekt einer solchen Initiative, der Libraries Development Initiative des Arts Council England, welche 2012 bis 2013 lief und 143 Öffentliche Bibliotheken erreichte (neben anderen Einrichtungen). Die Evaluation zeigt, gegen den Strich gelesen, (a) dass im Ergebnis wenig Innovatives oder Neuartiges Bestand hatte, sondern vor allem solche Angebote erfolgreich waren, die an die als traditionell beschriebene Arbeit von Bibliotheken anschlossen (unter anderem Cinema in Libraries, Arts live in libraries), (b) dass der Effekt, dass Arbeit durch Kooperation effektiver wird, oft durch die zusätzliche Arbeit, diese Kooperationen aufrechtzuerhalten, wieder aufgehoben wird, (c) dass vieles, was als Erfolg solcher Initiativen geschildert wird, Rhetorik ist, nicht wirkliche Entwicklung. (Wilson, Kerry (2018). Collaborative leadership in public library service development. In: Library Management 39 (2018) 8/9, 518–529, https://doi.org/10.1108/LM-08-2017-0084) [Paywall] [OA-Version: http://researchonline.ljmu.ac.uk/id/eprint/7758] (ks)

In einer Anzahl von Fokusgruppen (acht in zwei Phasen, durchgeführt 2015 und 2016) erhoben Appleton et al., wieso NutzerInnen Öffentlicher Bibliotheken (in Grossbritannien) diese Bibliotheken positiv einschätzen. Alle Fokusgruppen wurden in Zeiten von Krisen für die jeweils lokalen Öffentlichen Bibliotheken (drohende Schliessung, Etat- oder Personalkürzungen) durchgeführt. Die Annahme war, dass sich in diesen Zeiten mehr Personen Gedanken um die Vorteile und Aufgaben von Bibliotheken machen. (Gleichzeitig sagt es auch etwas über den Zustand Öffentlicher Bibliotheken in Grossbritannien, dass so viel lokale Krisen zu finden waren.) Gemeinsam waren die Befragten der Meinung, dass es einen epistemischen Wert der Bibliotheken gäbe, der als Kern und Versprechen zu erhalten wäre. Sie wurden als safe spaces, als einladend (welcoming) und auch als Orte der lokalen Community beschrieben. Wie genau dies gemeint war und wie es zum Beispiel im Zusammenhang steht mit anderen Ansprüchen (Demokratisierung, Integration), die mit Bibliotheken verbunden wurden, darüber gab es weniger Konsens. Die Fokusgruppen zeigten auch, dass für die NutzerInnen das gedruckte Buch im Mittelpunkt der Bibliotheken stand, neben Raum und Personal. Zu lernen ist aus dieser Studie, wie sehr sich die Vorstellungen der Nutzenden von denen der in der bibliothekarischen Literatur verbreiteten unterscheiden können, obwohl sie eine sehr positive Meinung von Bibliotheken haben. (Appleton, Leo ; Hall, Hazle ; Duff, Alistair S. ; Raeside, Robert (2018). UK public library roles and value: A focus group. In: Journal of Librarianship and Information Science 50 (2018) 3: 275–283, https://doi.org/10.1177/0961000618769987) [Paywall] [OA-Version: https://www.napier.ac.uk/~/media/worktribe/output-1031576/uk-public-library-roles-and-value-a-focus-group-analysis.pdf] (ks)

In einem meinungsstarken Beitrag stellt der Bibliotheks- und Buchhandelsberater Tim Coates dar, wieso sich seiner Meinung nach die Öffentlichen Bibliotheken in Grossbritannien – bei Coates im Vergleich zu denen in den USA und Australien gestellt – in einer massiven Krise befinden. Regelmässig werden Bibliotheken geschlossen, Gebäude zerfallen, Bestände veralten – obwohl gleichzeitig immer wieder Kampagnen für Bibliotheken durchgeführt werden. Seiner Meinung nach kann diese Krise nicht einfach aus politischen Entwicklungen heraus erklärt werden, auch wenn diese eine Rolle spielen. Austerität als politisches Konzept gäbe es nicht nur in Grossbritannien, sondern auch in den USA und Australien; die wirkliche Krise sei in dieser Form aber nur in Grossbritannien zu beobachten. Er sieht das Hauptproblem darin, dass die Öffentlichen Bibliotheken in Grossbritannien und ihre Verbände ohne wirklichen Grund ständig versuchen, sich dem jeweiligen politischen Diskurs anzupassen: Bibliotheken wurden unter New Labour zu sozialen Orten erklärt, später zu Innovationszentren oder Orten, wo Menschen ihre ökonomischen Potentiale entfalten sollten. Aber diese Versuche seien Schlagworte gewesen, die kaum mit der Realität in den Bibliotheken zu tun hätten. Durch diese Versuche, die jeweils aktuellen Schlagworte aufzugreifen, hätten die Bibliotheken ihre eigentlich relevante Funktion – nämlich Literatur und Lesen – vergessen. Gardens meint, dass die Öffentlichkeit die ständigen Schlagwort-Wechsel nicht nachvollziehen könnte und auch nicht, warum Bibliotheken nicht einfach sagen, dass sie Geld für Medien (genauer Bücher), Gebäude und Betrieb bräuchten. Mit solchen Aussagen könnte die Öffentlichkeit viel mehr anfangen. Die Öffentlichkeit würde viel eher unterstützen, wenn die Bibliotheken über Literatur und Lesen reden und das auch in der Praxis umsetzen würden. Er stellt dies, wie gesagt, auch den Situationen in Australien und den USA – in denen er tätig ist – gegenüber, wo Bibliotheken zwar auch Schlagworte der Politik aufgreifen, aber diese die eigene Arbeit viel weniger beeinflussen lassen. In den USA – so endet der Text – würden Bibliothekarinnen und Bibliothekare trotz allen innovativen Strategien und Projekten bei der ALA-Konferenz weiter massiv bei Lesungen von AutorInnen zuhören und mit diesen das Gespräch suchen – in Grossbritannien nicht. Der Verlust an literarischem Interesse, so die Grundaussage bei Coates, ginge einher mit der sich verstärkenden Krise der britischen Bibliotheken; während der Erhalt des literarischen Interesses zur Resilienz der Bibliotheken in den USA und Australien beitragen würden. (Coates, Tim (2018). On the Closure of English Public Libraries. In: Public Library Quarterly, 38 (2018), 1, 3–18. https://doi.org/10.1080/01616846.2018.1538765) [Paywall] (ks)

Auch wenn der Neoliberalismus britischer Prägung gerne mit dem Slogan There is no alternative (Margaret Thatcher) illustriert wird, gibt es selbstverständlich doch eine ganze Reihe von Versuchen, durch die direkte und indirekte Kritik des Bestehenden Alternativen zu finden; je schlechter die Verhältnisse werden umso mehr. Das Buch Against Creativity von Oli Mould ist eines dieser Versuche. Ansatzpunkt seiner Kritik ist die spezifische Form, mit der in der aktuellen Ausprägung des Kapitalismus in Grossbritannien Kreativität als Rohstoff und Lösung für gesellschaftliche Probleme produziert, gefördert und ausgenutzt wird. Kreativität sei seiner utopischen und gesellschaftsverändernden Funktion beraubt worden und könne praktisch nur noch als Mittel zur Produktion von (ökonomisch auszunutzendem) Mehrwert verstanden werden, also zur Produktion des immer Gleichen – noch mehr Produkten und noch mehr Gentrifizierung. Das ist letztliche eine neo-marxistische Analyse (aber die hat gerade in Grossbritannien Konjunktur). Relevant für Bibliotheken ist, dass Mould sie explizit erwähnt. Er argumentiert, dass sie zusammen mit Museen als Einrichtungen perfekt geeignet gewesen seien, um neoliberale Formen von Kreativität zu befördern. Als Einrichtungen, die im Zentrum des Kreativitäts-Diskurses standen und einige Jahre zum Beispiel massiv dafür eingesetzt wurden, um einen kultur-getriebenen Stadtumbau zu befördern (unter anderem durch Neubauten, die mit ihrer Architektur beeindrucken sollten), wurde ihnen bald der Etat massiv gekürzt und sie angehalten, sich durch Einbettung in die lokale Community neu zu erfinden und sich gleichzeitig über diese Einbindung zu finanzieren. Die Neu-Interpretation von Bibliotheken als Community-Hubs – in der bibliothekarischen Literatur eher als zukunftsweisendes Konzept gehandelt – interpretiert er unter diesen Umständen als Zerstörung der gesellschaftsverändernden Möglichkeiten von Bibliotheken: […] being forced into this change because of a lack of alternative […] creates an environment of enforced entrepreneurialism and corporatization. […] [Libraries and museums] have been forced to compete in the new global landscape of creative industrial activity because they are traditional places of knowledge rather than because they are designed to be competitive and commercial. […] Libraries can diversify to be social service centres; museums can hold evening classes; leisure centres can host school PE lessons. But it has primed them for appropriation because their ability to act as engines of non-capitalist knowledge and social practices has been eroded and, in some cases, completely destroyed, only for them to be resurrected as another agent of capitalist, competitive and entrepreneurial versions of creativity. (Mould, Oli (2018). Against Creativity. London ; New York : Verso, 2018: 99f.) (ks)

Alles könnte auch anders sein mit den Bibliotheken in Grossbritannien. Um diesen Abschnitt mit einer positiven Note abzuschliessen, hier der Verweis auf einen Artikel von Michelle Johansen, welche die soziale Mobilität von Bibliotheksleitern in London in der viktorianischen Epoche untersuchte. Dabei konzentrierte sie sich auf die Boom-Zeit von 1887 bis 1906, in welcher alleine in London mehr als 100 Öffentliche Bibliotheken eröffnet wurden – was auch damit zu tun hatte, dass diese als Teil einer modernen, aufstrebenden, sich selbst verbessernden Gesellschaft angesehen wurden. Diese Bibliotheken wurden fast immer von Männern geleitet, die sich aus der working class in diese Positionen emporgearbeitet hatten. Johansen rekonstruierte eine Reihe von Biografien dieser Leiter und kommt zu dem Schluss, dass sie sich – ganz im viktorianischen Zeitgeist – durch Selbstbildung und harte Arbeit auf diese Positionen hervor gearbeitet hätten, ohne grosse Unterstützung durch andere. Sie tendierten dazu, ihre Herkunft zu verschleiern – weil eine Ablehnung der working class ebenso zum viktorianischen Zeitgeist gehörte wie die Vorstellung vom Aufstieg durch Selbstbildung –, gleichzeitig hätten sie versucht, ihre Bibliotheken so zu gestalten, dass auch andere einen ähnlichen sozialen Aufstieg absolvieren konnten. Auch das ist möglich: Die Gesellschaft muss es nur wollen. (Johansen, Michelle (2019). The Supposed Paradise of Pen and Ink: Self-education and Social Mobility in the London Public Library (1880–1930). In: Cultural and Social History, https://doi.org/10.1080/14780038.2019.1574047) [Paywall] (ks)

3. Monographien und Buchkapitel

Das Hauptargument in der auch als Monographie erschienenen Dissertation von Angelika Merk ist, dass sich die Medien im 15. Jahrhundert nicht in dem recht einfachen Entwicklungsmodell von per Hand reproduzierten Texten zum Druck mit beweglichen Lettern entwickelt hätten. Diese Vorstellung, dass es immer eine Hauptmedienform gäbe, die dann von der nächsten abgelöst wird, liesse sich nicht halten. Vielmehr sei gerade das 15. Jahrhundert (hier vor allem im süddeutsch-schweizerischen und niederländischen Raum) eine Zeit der Medieninnovationen gewesen, in dem verschiedene Prozesse und Entwicklungen nebeneinander abliefen. Merk untersucht die in diesem Jahrhundert publizierten Blockbücher – bei denen Bild und Text in Holz geschnitten und von diesem Holzschnitt gedruckt wurden – auf ihre Verbreitung, Nutzungsformen und Inhalte hin und kommt so zum genannten Ergebnis: Blockbücher waren keine Vorform des Drucks mit beweglichen Lettern, sondern existierten für einige Jahrzehnte als eigene Medienform. Über Teile beschäftigt sich die Dissertation mit anderen Fragen, zum Beispiel wird bei der näheren Untersuchung zweier Blockbücher lange auf spätmittelalterliche Theologie und Astronomie eingegangen, auch ist nicht klar, ob es für das Hauptargument wirklich eines Rückgriffs auf Niklas Luhmann bedurft hätte. Aber es ist selbstverständlich ein Ergebnis, welches auch heute verbreitete Ideen um Medienwandel und Ablösung von Leitmedienformen in einem anderen Licht erscheinen lässt: Wenn der Medienwandel zum Druck mit beweglichen Lettern schon nicht so eindeutig und folgerichtig war, warum sollte das heute, bei aktuellen Formen des Medienwandels, anders sein? (Angelika Merk: Blockbücher des 15. Jahrhunderts. Artefakte des frühen Buchdrucks. Berlin ; Boston: De Gruyter, 2018) (ks)

Vorbehalte gegenüber Open Access sind in vielen Disziplinen noch weit verbreitet, beruhen jedoch oft auf anekdotenhaftem Wissen, Hörensagen und daraus resultierenden Missverständnissen. Cirasella und Thistlethwaite nehmen in ihrem Buchkapitel diese Vorbehalte gegenüber Open Access genauer unter die Lupe: Sie gruppieren die von Promovierenden in Bezug auf die Open-Access-Publikation ihrer Dissertation geäußerten Ängste in sechs Bereiche, die sie auf ihre Validität untersuchen und in denen sie verbreitete Missverständnisse identifizieren und aufklären. Den Autorinnen ist klar anzumerken, dass sie Befürworterinnen der Open-Access-Bewegung sind – trotzdem nehmen sie die geäußerten Ängste und Vorbehalte ernst und wischen sie nicht einfach vom Tisch. Damit werden Sorgen der Forschenden nachvollziehbar dargestellt und eine guter Überblick über Ressourcen gegeben, die herangezogen werden können, um die genannten Missverständnisse aufzuklären. Der Text hat einen klaren Fokus auf die USA, sodass nicht alle Punkte auf Deutschland übertragen werden können. (Cirasella, J. & Thistlethwaite, P. (2017). Open Access and the Graduate Author. A Dissertation Anxiety Manual. In K. L. Smith & K. A. Dickson (Eds.), Open access and the future of scholarly communication: Implementation (pp. 203–224). Lanham, MD: Rowman & Littlefield) [Paywall] [OA-Version: https://academicworks.cuny.edu/gc_pubs/286/] (eb)

4. Social Media

Was wäre eine Fortsetzung der Kolumne Das liest die LIBREAS ohne Verweis auf Twitter-Hashtags mit Fokus auf Unterhaltung? Im Januar twitterten Einrichtungen unter #GreatestHits Antworten auf häufige bzw. stereotype Fragen – so auch Bibliotheken. (#GreatestHits eingeschränkt auf Bibliothek siehe https://twitter.com/search?f=tweets&q=%23GreatestHits%20bibliothek&src=typd) (mv)

Molly Poremski (@flyingnuns) hoffte auf die Weisheit der Massen und fragte auf Twitter Librarians: what is the best and/or weirdest reference question you’ve ever recieved?, um Praxisbeispiele für einen Recherchekurs zu sammeln. Sie wurde nicht enttäuscht. Ob für die bibliothekarische Ausbildung oder die Vorbereitung eigener Kurse für Nutzer*innen – wer selbst auf der Suche nach teils instruktiven, teils absurden, teils humorvollen Beispielfragen ist, wird hier sicher Anregungen finden können; bis Ende Februar 2019 gab es über 420 Antworten zu dem Tweet. (https://twitter.com/flyingnuns/status/1093217141069922304) (mv)

Im Dezember 2018 erging das BGH-Urteil im sogenannten Reiss-Engelhorn-Fall. Gegenstand war die Auseinandersetzung zwischen Wikimedia beziehungsweise einem Wikipedianer und dem Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museum, welches gegen die Onlineveröffentlichung von Fotografien gemeinfreier Werke geklagt hatte. Vor Verkündung des Urteils hatte Thomas Hartmann in einem Gastbeitrag bei netzpolitk.org bereits die Ergebnisse der mündlichen Verhandlung vorgestellt und enttäuscht zusammengefasst: Entsteht durch bloße Digitalisierung eines gemeinfreien Werks ein neues Schutzrecht am Foto oder Scan? Darüber streiten die Reiss-Engelhorn-Museen seit drei Jahren mit der Wikimedia Foundation vor Gericht. In der mündlichen Verhandlung beim Bundesgerichtshof hatten Freunde der Gemeinfreiheit wenig zu lachen. Am 20.12.18 berichtete Torsten Kleinz bei Heise über das ergangene Urteil, welches für Verfechter*innen der Gemeinfreiheit eine Hiobsbotschaft darstellt. Der Volltext des Urteils ist online zugänglich, woran Ellen Euler (@EllenEuler) auf Twitter erinnert. (Thomas Hartmann: Urheberrecht abgelaufen, trotzdem abgemahnt? Wikimedia kämpft vor Gericht für Gemeinfreiheit https://netzpolitik.org/2018/urheberrecht-abgelaufen-trotzdem-abgemahnt-wikimedia-kaempft-vor-gericht-fuer-gemeinfreiheit/#comments, netzpolitik.org, 1.11.2018; Torsten Kleinz: Bundesgerichtshof: Museen dürfen gemeinfreie Bilder wegsperren, https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesgerichtshof-Museen-duerfen-gemeinfreie-Bilder-wegsperren-4257238.html, heise.de, 20.12.2018; Volltext des BGH-Urteils siehe https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Seite=13&nr=92142&pos=419&anz=558 – via https://mobile.twitter.com/EllenEuler/status/1093502403024953344.) (mv)

5. Konferenzen, Konferenzberichte

Sie suchen einen kurzen, englischsprachigen Vortrag zu den Grundlagen von wissenschaftlichen Publizieren und Open Access, den Sie Wissenschaftler*innen empfehlen können? Oder Sie suchen Anregungen, wie Sie selbst diese Grundlagen einmal anders vermitteln können? Dann empfehlen wir den Vortrag von Claudia Frick (@FuzzyLeapfrog) beim 35. Chaos Communication Congress (35C3) – ein wunderbares Beispiel für Storytelling und zielgruppenspezifische Ansprache von Wissenschaftler*innen. (Vortrag: Claudia Frick: Locked up science – Tearing down paywalls in scholarly communication, 35C3, ca. 40 min, https://media.ccc.de/v/35c3-9599-locked_up_science. Folien: Claudia Frick. (2018). Locked up science – Tearing down paywalls in scholarly communication. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.1495601.) (mv)

6. Populäre Medien (Zeitungen, Radio, TV etc.)

In einem Artikel zum 30. Geburtstag des World Wide Web verweist die NZZ auf eine aktuelle Idee von Tim Berners-Lee zur Re-Dezentralisierung der Struktur. Das Mittel dazu folgt dem Grundgedanken des Hypertextes und wird als Social Linked Data (beziehungsweise Solid) bezeichnet. Dabei werden nutzer*innengenerierte beziehungsweise nutzer*innenspezifische (= social) Inhalte und Daten auf Plattformen namens Pods (Personal Online Data Stores) datenschutzgerecht und individuell transparent verwaltet. Dritte Anwendungen, die diese Daten nutzen wollen, können dies nur, wenn diese Nutzung von den individuellen Dateninhaber*innen authentifiziert wird. (Roberto Simanowski: Traue keinem unter 30! Zum Geburtstag des World Wide Web und wie sein Gründer es retten will. In: Neue Zürcher Zeitung / nzz.ch, 02.04.2019 https://www.nzz.ch/feuilleton/30-jahre-world-wide-web-ist-es-noch-zu-retten-ld.1471216) (bk)

Im Journal der Künste der Berliner Akademie der Künster erläutert der Archivar Haiko Hübner die Bedeutung von Normdaten und Linked Data. Er illustriert dies an Entwicklungen im Akademiearchiv, das seit April 2018 ausschließlich GND-Daten für die Ansetzung von Personennamen akzeptiert. Im Gegenzug wurde ein Tool implementiert, das die Erfassung von noch nicht in der GND vorhandenen Namen normgerecht ermöglicht und diese per Webformular an die GND überträgt. Die Akademie unterstützt damit als Kooperationspartnerin die Bestrebungen, die GND für Kultureinrichtungen auch außerhalb des Bibliothekswesens aktiv zu öffnen. Zugleich betont der Autor die Rolle von Normdaten für ein Semantic Web, das im Akademiearchiv über den Anschluss an Portale wie die Deutsche Digitale Bibliothek oder Kalliope realisiert werden soll. Zudem ist geplant, so genannte Beacon-Files in die Datenstruktur der Akademiebestände einzubinden. (Haiko Hübner: Why use data standards? In: Journal der Künste, 08, December 2018. Special Issue: The Archives. S. 81) (bk)

Ein Editorial im NEJM, dem New England Journal of Medicine, hat für Furore gesorgt: Charlotte Haug, sie ist internationale Korrespondentin des NEJM und hat für diese Tätigkeit ein Angestelltenverhältnis inne, setzt sich kritisch mit Open Access und insbesondere Plan S1 auseinander. Sie hinterfragt, was die Open-Access-Bewegung de facto an Verbesserung erreicht hat und ob sie den ursprünglichen (Selbst-)Ansprüchen gerecht wird. (Spoiler: Charlotte Haug negiert dies und fasst zusammen Open access to research articles is a goal that both scientists and the public will support. But eliminating subscription-based publication models without having alternatives in place that can reliably produce independently vetted, cautiously presented, high-quality content might have serious unintended consequences for the integrity of the scientific literature.) Steven Salzberg, Professor an der Johns Hopkins University, greift dieses Editorial auf – er ist nicht der Einzige – und seziert Haugs Positionen beziehungsweise Argumente, die seines Erachtens zum einem großen Teil aus Falschaussagen und Scheinargumenten bestehen. (Haug, C. J. (2019). No Free Lunch – What Price Plan S for Scientific Publishing? New England Journal of Medicine, 380 (2018), 12, 1181–1185. https://doi.org/10.1056/nejmms1900864. Steven Salzberg: Highly Profitable Medical Journal Says Open Access Publishing Has Failed. Right. In: Forbes, 1.4.2019, https://www.forbes.com/sites/stevensalzberg/2019/04/01/nejm-says-open-access-publishing-has-failed-right/#) (mv)

In der Arte-Reihe Baukunst wird die Bibliothek der US-amerikanischen Phillips Exeter Academy vorgestellt, ein Neubau von 1971 nach Plänen des Architekten Louis I. Kahn. Die Bibliothek zeichnet sich unter anderem durch ein Raum-im-Raum-Konzept aus; statt Gemeinschaftsarbeitsplätzen gibt es für jede*n Leser*in eine Art Carrel. (Copans, Richard (Regie) (2015): Die Bibliothek von Exeter von Louis Kahn. 27 Min. In Arte-Mediathek verfügbar bis 25.06.2019: https://www.arte.tv/de/videos/061747-000-A/die-bibliothek-von-exeter-von-louis-kahn/) (mv)

7. Abschlussarbeiten

Ronald Snijder hat sich in seiner Dissertation dem Themenfeld Open-Access-Monographien widmet. Er geht unter anderem der Frage nach, wie sich die freie Verfügbarkeit von Monographien auf Printabsätze auswirkt. Die Universität Leiden hat dieser Doktorarbeit sogar eine eigene Pressemitteilung gewidmet und stellt dabei besonders heraus: Open Access hat kaum Auswirkungen auf den Absatz von Printexemplaren – weder positiv noch negativ. (Snijder, Ronald (2019): The deliverance of open access books : examining usage and dissemination. Dissertation. Universität Leiden. http://hdl.handle.net/1887/68465.; Universität Leiden: Open access books attract many more readers and slightly more citations, Pressemitteilung 28.01.2019, https://www.universiteitleiden.nl/en/news/2019/01/open-access-books-attract-many-more-readers-and-slightly-more-citations) (mv)

Melanie Janßen hat sich in ihrer Bachelorarbeit im Fachgebiet Informationswissenschaften der FH Potsdam einer qualitative Untersuchung von Forschungsdatenrepositorien gewidmet. Sie ist der Frage nachgegangen, ob Repositorien audiovisuelle Forschungsdaten (und dabei insbesondere der Typ Video) im Vergleich zu anderen Arten von Forschungsdaten besonders behandeln. Um es vorweg zu nehmen: Nein, für die Repositorien sind formal alle Forschungsdaten gleich. (Janßen, Melanie (2019). Vergleich und Analyse von Forschungsdatenrepositorien: Exemplarische Untersuchung des Umgangs mit Forschungsdaten unter besonderer Betrachtung der Ressource Video. Bachelorarbeit. Fachhochschule Potsdam. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:525-23302) (mv)

8. Weitere Medien

Aaron Tay arbeitet in einem Blogpost seinen Vortrag beim OCLC Asia Pacific Regional Conference Meeting 2018 auf und diskutiert, welche Entwicklungen der letzten Jahre und Themen seines Erachtens die Rolle von und Aufgaben in (Wissenschaftlichen) Bibliotheken maßgeblich beeinflussen werden. Welchen Einfluss hat die Etablierung von offenen Zugang zu Forschungsergebnissen auf die Informationsvermittlung? Zu welchen Veränderungen führen Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz beziehungsweise Maschinelles Lernen in Bibliotheken und für Nutzter*innen von Bibliotheken? Wie ändert sich das Verhältnis von Verlagen, Bibliotheken und Forschenden? (Aaron Tay: Thinking of the future – a summary of my thoughts as of 2018, https://musingsaboutlibrarianship.blogspot.com/2018/12/thinking-of-future-summary-of-my.html, 23.12.2018) (mv)

Eine DOI identifiziert Publikationen oder Forschungsdaten eindeutig, eine ORCiD die einzelne Forscherin. Aber wir disambiguieren wir Forschungseinrichtungen? Maria Gould stellt in ihrem Blogpost Research Organization Registry (ROR) vor – eine Community-gestützte Initiative, die das ambitionierte Ziel hat, ein offenes und interoperables Identifier-System für Forschungseinrichtungen weltweit zu bieten. (Maria Gould: Hear us ROR! Announcing our first prototype and next steps, https://ror.org/blog/2019-02-10-announcing-first-ror-prototype/, 10.02.2019) (mv)

Im September 2018 haben verschiedene europäische Forschungsförderer – DFG und BMBF haben bisher lediglich Sympathie bekundet, sich der Coalition S aber nicht angeschlossen – ihren Willen zur (stärkeren) Verankerung von Open Access in der Förderpolitik kundgetan: Die Grundsätze wurden im Plan S (https://www.coalition-s.org/10-principles/) definiert; einige Zeit später wurden die Implementation Guidelines (https://www.coalition-s.org/implementation/), welche die zehn Punkte des Plan S näher spezifizieren, veröffentlicht und um Feedback bis Anfang Februar 2019 gebeten. Die Rückmeldungen gingen zahlreich ein; laut einer Pressemitteilung der verantwortlichen CoalitionS vom 20.02.2019 waren es 600 an der Zahl. Lisa Hinchliffe hat in einem Blogpost bei Scholarly Kitchen einen ersten Versuch unternommen, die Schwerpunkte und Argumentationslinien zu sortieren und zusammenzufassen. Eine ausführlichere, dafür unkommentierte Übersicht über öffentliche Stellungnahmen von Fachgesellschaften, Verlagen und anderen Interessengruppen liefert das Office of Scholarly Communication im Blog der Universität Cambridge (Lisa Hinchliffe: “Taking Stock of the Feedback on Plan S Implementation Guidance, https://scholarlykitchen.sspnet.org/2019/02/11/with-thousand-of-pages-of-feedback-on-the-plans-s-implementation-guidance-what-themes-emerged-that-might-guide-next-steps/, 11.02.2019. Office of Scholarly Communication: Plan S – links, commentary and news items, https://unlockingresearch-blog.lib.cam.ac.uk/?p=2433, 10.02.2019) (mv)


  1. Siehe hierzu auch Eintrag zu Plan S in der Rubrik 8. Weitere Medien in dieser Ausgabe von Das liest die LIBREAS.