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GenderOpen — ein Repositorium für die Geschlechterforschung


Zitiervorschlag
Andreas Heinrich, Anita Runge, "GenderOpen — ein Repositorium für die Geschlechterforschung". LIBREAS. Library Ideas, 34 ().


Nach veraltetem Wortgebrauch ist ein Repositorium ein Büchergestell oder ein Aktenschrank, also ein Aufbewahrungsort für geschriebene oder gedruckte Medien, die nicht permanent in Gebrauch sind. Moderne Repositorien sind Speicherorte für Daten, also ebenfalls Ablageorte für die nachhaltige und sichere Verwahrung von Informationen. Insbesondere fachliche Repositorien, also digitale Speicherorte für wissenschaftliche Disziplinen oder Felder, erfüllen aber neben der Ablagefunktion weitere wichtige Aufgaben. Wie Prof. Wolfgang Schön, Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, in seiner Keynote bei den Open-Access-Tagen 2016 in München betonte, sind mit dem Betrieb fachlicher Repositorien im besten Falle deutliche Struktureffekte zu erwarten. Im Hinblick auf das von der DFG geförderte Repositorium für die Geschlechterforschung werde deshalb nicht nur ein Publikationsforum etabliert. Über die Plattform GenderOpen werde auch das Community Building für ein dezidiert inter- und transdisziplinäres Forschungsfeld vorangetrieben und die Modernisierung traditioneller Publikationsmodelle befördert.1 Dieses Community Building sei ein wichtiges Ziel in den DFG-Fördermaßnahmen zur Unterstützung der wissenschaftlichen Infrastruktur.

Mit dem Aufbau eines fachlichen Repositoriums sind also Chancen und Herausforderungen verbunden, die über die Sammlung, (Zweit-)Veröffentlichung und nachhaltige Speicherung von wissenschaftlichen Ergebnissen weit hinausgehen. Im Folgenden sollen einige der Herausforderungen und die im Kontext von GenderOpen gefundenen Lösungen dargestellt werden. Ziel ist es, Anregungen und Hinweise für existierende oder noch aufzubauende Fachrepositorien, insbesondere in kleineren, inter- und transdisziplinär arbeitenden Feldern, zu formulieren und die wissenschaftliche Diskussion über Nutzen und Risiken digitaler Speicherorte voranzutreiben.

Projektbeschreibung

Der Aufbau des Repositoriums GenderOpen erfolgt im Rahmen eines von der DFG-geförderten Verbundprojekts der universitären Geschlechterforschungszentren Berlins.2 Beteiligt sind das Margherita-von-Brentano-Zentrum (Freie Universität), das Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (Humboldt-Universität) und das Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (Technische Universität). Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und startete am 1. Oktober 2016. Gefördert wird GenderOpen von der DFG im Umfang von knapp 500.000 Euro. Personell umfasst das Projekt drei Projektleiterinnen aus jeweils einer der beteiligten Einrichtungen, drei wissenschaftliche Mitarbeiter_innen in Vollzeit mit jeweils einer studentischen Hilfskraft sowie eine Informatikerin, die mit 25 % ihrer Stelle anteilig für GenderOpen arbeitet.

Die einzelnen Projektarbeitspakete sind auf die drei beteiligten Geschlechterforschungseinrichtungen verteilt. Zu Projektbeginn waren der Bereich Content Akquise an der Technischen Universität, der Bereich Metadaten an der Humboldt-Universität und die Bereiche Projektkommunikation und -koordination, technische Einrichtung sowie Öffentlichkeitsarbeit an der Freien Universität angesiedelt. Aufgrund personeller Veränderungen sowie des in der zweiten Projekthälfte noch stärkeren Fokus auf die Content Akquise hat sich diese Aufteilung leicht verschoben. Die Arbeitspakete als solche sind aber erhalten geblieben.

Seit dem 4. Dezember 2017 ist GenderOpen online und über die Adresse www.genderopen.de3 erreichbar. Mit dem Launch im Dezember wurde der im Projektplan vorgesehene Onlinegang nach einem guten Projektjahr erreicht. GenderOpen wird mit der freien Repositoriums-Software DSpace in der Version 6.2 betrieben. Als Kooperationspartner, der den GenderOpen-Server hostet und betreut, konnte im Vorfeld des Projekts die Arbeitsgruppe Elektronisches Publizieren (AG EPUB) an der Humboldt-Universität gewonnen werden. GenderOpen profitiert dabei von der DSpace-Expertise der HU-Arbeitsgruppe, da der von der AG EPUB betreute edoc-Server der HU Berlin ebenfalls unter DSpace 6.2 läuft.

Herausforderungen

Rechtliches und Lizenzen

Das Thema Rechtliches und Lizenzen erwies sich hinsichtlich der Tragweite und des Bearbeitungsaufwandes als erheblich anspruchsvoller als zu Projektbeginn absehbar. Dies ergab sich vor allem daraus, dass bei GenderOpen – anders als in vielen anderen Repositorien – von Anfang an konsequent auf echten Open Access gesetzt wurde. Das Team konnte dabei nur bedingt die Strategien in Rechtsfragen und Verhandlungen anderer Open-Access-Repositorien übernehmen, wo sehr häufig Lizenzen zur Anwendung kommen, die zwar eine einfache Nutzung für den privaten Gebrauch, nicht aber eine freie Nachnutzung erlauben. Es zahlte sich aus, dass sich entsprechend alle drei Projektmitarbeiter_innen intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzen mussten, da sich die rechtliche Expertise inzwischen auf mehrere Teammitglieder verteilt. Über die gemeinsame Auseinandersetzung mit urheberrechtlichen Fragen, die Zusammenarbeit mit dem Rechtsamt der Freien Universität sowie die Teilnahme an Fortbildungen zum Urheberrecht konnten sich die Projektmitarbeiter_innen eine sichere Arbeitsgrundlage in diesem Bereich verschaffen. Im Frühjahr 2017 konnte das GenderOpen-Team schließlich wichtige Informationen zu Rechten und Lizenzen auf dem Projektblog zur Verfügung stellen4 und mit der individuellen Beratung von Autor_innen beginnen. Zudem fand im März 2017 ein Workshop für Multiplikator_innen statt, in dem zu wesentlichen Teilen auch rechtliche Belange Thema waren.

GenderOpen fühlt sich einer Definition von Open Access im Sinne der Berliner Erklärung5 verpflichtet. Angestrebt wird also nicht nur der kostenfreie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur als Minimalvorstellung von Open Access, sondern auch die Möglichkeit der (freien) Nachnutzung. Dazu zählen beispielsweise die erlaubte Weiterverbreitung, Nutzung für die Lehre oder Bearbeitungen. Um die Idee des Libre Open Access möglichst umfassend umzusetzen, empfiehlt GenderOpen, soweit dies urheberrechtlich erlaubt ist, die Verwendung von Creative-Commons-Lizenzen. Im Idealfall handelt es sich dabei um die Lizenz CC-BY6, die eine freie Nachnutzung weitgehend ermöglicht. Diese Policy verfolgt das Projektteam bisher erfolgreich sowohl im Kontakt mit Autor_innen als auch in den Verhandlungen mit Verlagen.

Eine wesentliche urheberrechtliche Grundlage für die Zweitveröffentlichung auf GenderOpen ist der Paragraph 38 des Urheberrechtsgesetzes. In den Absätzen eins und zwei sind für Zeitschriftenartikel beziehungsweise Sammelbandbeiträge wesentliche Handlungsoptionen geregelt. Darin heißt es, dass etwa ein Verlag im Zweifel ein ausschließliches Nutzungsrecht zur Vervielfältigung, Verbreitung und öffentlichen Zugänglichmachung erwirbt, wenn die Urheber_innen in eine Publikation einwilligen. Wenn jedoch keine gegenteilige ausdrückliche Vereinbarung vorliegt, endet die Ausschließlichkeit des Nutzungsrechts für den Verlag nach 12 Monaten und die Urheber_innen können ihr Werk anderweitig vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen.7 Für den Bereich der Geschlechterforschung ist §38 Abs. 1 und 2 des Urheberrechtsgesetzes häufig anwendbar, da gerade bei älteren Zeitschriftenartikeln oder Beiträgen in Sammelbänden keine explizite Vereinbarung zwischen Urheber_innen und Verlag abgeschlossen wurde oder zum damaligen Zeitpunkt Autor_innenrichtlinien beziehungsweise Verlagspolicies nicht vorlagen. Dadurch ist es Autor_innen häufig möglich, Zeitschriftenartikel oder Sammelbandbeiträge auf GenderOpen erneut zu veröffentlichen und zudem durch die Verwendung einer Creative-Commons-Lizenz echten Open Access für ihr Werk zu realisieren.8

Um Rechtssicherheit herzustellen, verlangt GenderOpen die Einsendung einer unterschriebenen Einverständniserklärung9 beziehungsweise des Vertrags über die elektronische Veröffentlichung10 in ausgedruckter Papierform. Darin bestätigen die Autor_innen unter anderem ihre Berechtigung der Zweitveröffentlichung und versichern, dass keine Rechte Dritter entgegenstehen. Während der laufenden Projektphase wird der Content aktiv eingeworben. Die Kontaktaufnahme und Aufklärung über rechtliche Fragen sind zeit- und personalintensiv. Daher haben sich in der zweiten Projekthälfte seit dem Onlinegang die Arbeitsbereiche zugunsten der Content-Akquise verschoben.

Content-Akquise

Im Bereich der Einwerbung von Publikationen verfolgt das Projektteam eine zweigleisige Strategie. Zum einen werden gezielt Kontakte zu zentralen Verlagen für die Geschlechterforschung aufgebaut und gepflegt. Das Spektrum umfasst dabei sowohl große, weltweite operierende Verlage, mittelständische Unternehmen sowie Kleinverlage. Aus diesem Grund gestaltet sich die Zusammenarbeit sehr unterschiedlich. So gibt es beispielsweise hier feste Ansprechpartner_innen mit definierter Funktion und Expertise, dort unklare Zuständigkeiten mit teils lückenhaften Kenntnissen, etwa in urheberrechtlichen Fragen. In der Zwischenzeit ist es dem Projektteam gelungen, mit zwei Verlagen Kooperationsvereinbarungen über die regelmäßige Datenlieferung (Volltexte und Metadaten) einschlägiger Zeitschriften abzuschließen. Dazu zählen GENDER, die Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien, Femina Politica (Verlag Barbara Budrich) und die feministischen studien (Verlag Walter de Gruyter). Erfreulicherweise konnte mit beiden Verlagen eine Verfügbarmachung der originalen Verlagsversionen unter einer Creative-Commons-Lizenz vereinbart werden.

Zum anderen sucht das Projektteam den direkten Kontakt zu Autor_innen etwa von Zeitschriftenartikeln und Sammelbandbeiträgen. In personal- und zeitaufwändiger Arbeit werden Kontaktdaten recherchiert, um die Autor_innen anschließend persönlich über die Möglichkeit der Zweitveröffentlichung auf GenderOpen sowie urheberrechtliche Fragen zu informieren. Den Anschreiben ist eine Einverständniserklärung über die Zweitveröffentlichung beigefügt, welche die Autor_innen unter Angabe einer oder mehrerer ihrer Publikationen sowie der gewünschten Lizenz an das GenderOpen-Team zurücksenden können. Während der noch laufenden Projektphase kann das Projektteam das Hochladen der freigegebenen Publikationen übernehmen. Zukünftig sollen die Autor_innen im Idealfall ihre Publikationen selbstständig über die GenderOpen-Webseite hochladen, wenn auch die Erfahrung anderer Fachrepositorien zeigt, dass der prozentuale Anteil selbst eingereichter Publikationen nicht selten im unteren einstelligen Bereich liegt.

Einen besonderen Werbeeffekt erhofft sich das GenderOpen-Team daher von der Zusammenarbeit mit zentralen Autor_innen und Pionier_innen der Frauen- und Geschlechterforschung. Seit dem Projektbeginn konnten rund 20 dieser Botschafter_innen für GenderOpen gewonnen werden.11 Herausragende Autorinnen wie etwa Christina Thürmer-Rohr, Hildegard Nickel oder Christina von Braun haben ihre Publikationen soweit möglich unter Creative-Commons-Lizenzen auf GenderOpen zweitveröffentlicht beziehungsweise haben dies zugesagt. GenderOpen verspricht sich vom Modell der Botschafter_innen zum einen eine verstärkte Nutzung, da nun einschlägige Literatur teilweise erstmals elektronisch unter überwiegend freien Lizenzen verfügbar ist. Zum anderen erhofft sich das Team einen Nachahmungseffekt auf andere Autor_innen, eigene Texte auf GenderOpen zu veröffentlichen. Auch für den Einsatz in der universitären Lehre ist die Verfügbarkeit dieser einschlägigen Texte als Open Educational Resources von zentraler Bedeutung.

Erarbeitung eines Schlagwort-Vokabulars

Dass die bibliothekarische Inhaltserschließung mittels etablierter Prinzipien und Dokumentationssprachen Geschlechterstereotype reproduziert oder spezifische Sachverhalte aus der Geschlechterforschung schlicht nicht abbildet, wurde in diversen Publikationen der vergangenen Jahre auch im Bibliothekswesen wiederholt kritisiert.12 Im GenderOpen-Projektvorhaben ist daher innerhalb des Arbeitspakets Metadaten die Erarbeitung eines Vokabulars für die geschlechtersensible Inhaltserschließung auf GenderOpen vorgesehen. Eine teaminterne vierköpfige Arbeitsgruppe nahm zu Jahresbeginn 2017 die Arbeit an der Entwicklung eines solchen Vokabulars auf.

Entscheidend für die Wahl der Arbeitsweise und des Ansatzes war, dass das Vokabular möglichst beim Onlinegang von GenderOpen zur Verfügung stehen sollte und dass die Pflege der Schlagwortliste auch nach Projektende gewährleistet sein muss. Daher kamen weder die ressourcenintensive Erstellung eines komplexen Thesaurus noch die Erarbeitung eines sehr umfangreichen Konvoluts an Deskriptoren in Frage. Als Orientierung wurde ein Umfang von etwa 500 Begriffen festgelegt. Das Vokabular sollte nicht gänzlich neu erarbeitet, sondern auf Grundlage dreier vorhandener und für die Arbeitsgruppe leicht verfügbarer Listen entwickelt werden. Begonnen wurde zunächst damit, dass die Schlagwortlisten der Genderbibliothek am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien13, der Rezensionszeitschrift querelles-net14 sowie des Projekts Nach Bologna15 zu einer Wortgutsammlung im Umfang von etwa 16.000 Begriffen zusammengeführt wurden. Anschließend wurden darin anhand quantitativer Kriterien 100 Top-Schlagworte identifiziert, die als Grundgerüst in der Folge schrittweise um weitere Deskriptoren angereichert wurden und schließlich zum GenderOpen-Vokabular anwuchsen. In einem etwa einmonatigen Turnus traf sich die Arbeitsgruppe ab Februar 2017 regelmäßig, um die Wortgutsammlung schrittweise und Wort für Wort von A-Z durchzuarbeiten, relevante Begriffe zu identifizieren und intensiv etwa über Verwendungen und Schreibweisen zu diskutieren. Orientierung bei der Auswahl und Diskussion möglicher Deskriptoren lieferten vorhandene Vokabulare und Kataloge aus dem Feld der Frauen- und Geschlechterforschung sowie der Frauenbewegung. Dazu zählen beispielsweise der österreichische Thesaurus ‚thesaurA’, der Thesaurus des FrauenMediaTurm, der Women’s Thesaurus (Atria), der Gender Equality Glossary and Thesaurus (EIGE) sowie der META-Katalog des i.d.a.-Netzwerks. Für bestimmte Einzelthemen oder Themenkomplexe wurden gezielt Expert_innen aus dem Feld angesprochen und um kritische Stellungnahmen gebeten.

Bei der teaminternen Diskussion und letztlichen Auswahl möglicher Deskriptoren für das GenderOpen-Vokabular bildeten mehrere Prinzipien einen Bezugsrahmen, die in der kritischen Auseinandersetzung mit Dokumentationssprachen bereits entwickelt wurden. So war es möglich, Begriffe auf ihr Potential zur sprachlichen Sichtbarmachung von Sachverhalten oder Personengruppen, zur Herstellung von Symmetrie, zur Ergänzung fehlender Termini sowie der Vermeidung sprachlicher Diskriminierung zu prüfen.16

Mit Blick auf den großen Arbeitsaufwand für die Erarbeitung des GenderOpen-Vokabulars, das Streben nach Offenheit und Rückmeldung sowie interessierte Anfragen von verschiedenen Seiten reifte innerhalb der Arbeitsgruppe die Idee, die Schlagwortliste über GenderOpen hinaus anderen Projekten und Einrichtungen aus der Geschlechterforschung zur Verfügung zu stellen. Mehrere Zeitschriftenredaktionen (beispielsweise GENDER, Open Gender Journal) sowie einige i.d.a.-Einrichtungen für das Digitale Deutsche Frauenarchiv17 nutzen das GenderOpen-Vokabular inzwischen nach. Um die Einheitlichkeit des Vokabulars zu gewährleisten und Eigenentwicklungen an den verschiedenen Nutzungsorten zu verhindern, ist die Gründung einer Redaktion geplant. Im Oktober 2018 wird am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität ein Schlagwort-Workshop für Interessierte stattfinden. Dabei soll auch die Redaktion ihre Arbeit aufnehmen. So konnte die teaminterne Arbeitsgruppe die Entwicklung einer ersten Version eines geschlechtersensiblen Vokabulars erfolgreich zum Abschluss bringen und damit einen Impuls zu dessen gemeinschaftlicher Weiterentwicklung durch die Community geben. Zu denken ist dabei etwa an die perspektivische Arbeit an einem geschlechtersensiblen Thesaurus.18

Ausblick

Die mit dem Aufbau von GenderOpen angestrebten Struktureffekte, das Community Building und die umfassende Modernisierung der Publikationsmodelle in der Geschlechterforschung sind nicht kurzfristig zu erreichen. Sie bedürfen einer nachhaltigen Absicherung nach Ende der ersten Projektphase und der Ergänzung durch weitere moderne Veröffentlichungsmöglichkeiten nicht nur für Zweitveröffentlichungen (Green Open Access), sondern auch für Originalbeiträge (Golden Open Access). Entsprechend wurde das Projekt GenderOpen durch den Aufbau einer Plattform für Zeitschriften ergänzt: Gefördert aus Mitteln des BMBF wird seit Juni 2018 die Open Gender Platform aufgebaut, mit der ein umfassendes Dienstleistungsangebot für Zeitschriften der Geschlechterforschung entwickelt und mit dem Open Gender Journal ein echtes Open-Access-Angebot für die qualitätsgesicherte, nicht ausgabengebundene Publikation von Zeitschriftenartikeln aus der Geschlechterforschung bereitgestellt wird.19

Repositorium und Zeitschriften-Plattform sind Teil eines neuen Veröffentlichungskonzepts für die Geschlechterforschung, das mit der Fachcommunity, aber auch mit der Open-Access-Community und Vertreter_innen von Bibliotheken, anderen Fachrepositorien und Publikationsplattformen in regelmäßigem Austausch diskutiert und weiterentwickelt wird. Im Sinne des Ziels der Offenheit werden dabei alle erarbeiteten Lösungen – soweit wie möglich – frei und nachnutzbar zur Verfügung gestellt. Das Repositorium GenderOpen ist ein Schritt auf dem Weg zu einer besseren Sichtbarkeit und Anerkennung für die Geschlechterforschung und zugleich ein Beitrag zu einer neuen Publikationskultur in inter- und transdisziplinär organisierten wissenschaftlichen Feldern.


  1. Vgl. https://videoonline.edu.lmu.de/en/node/8215, ab Min. 10. [Zugriff: 01.10.2018].

  2. http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/286526860 [Zugriff: 01.10.2018].

  3. https://www.genderopen.de [Zugriff: 01.10.2018].

  4. https://blog-genderopen.de/informationen-fuer-autor_innen/faq [Zugriff: 01.10.2018].

  5. Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (2003): https://openaccess.mpg.de/Berliner-Erklaerung [Zugriff: 01.10.2018].

  6. Creative-Commons-Lizenz Namensnennung 4.0 International: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de [Zugriff: 01.10.2018].

  7. Vgl. Dreier, Thomas und Gernot Schulze: Urheberrechtsgesetz: Urheberrechtswahrnehmungsgesetz, Kunsturhebergesetz ; Kommentar, 5. Aufl., München: C.H. Beck 2015, Randnotiz 16.
    Wandtke, Artur-Axel, Winfried Bullinger und Ulrich Block (Hrsg.): Praxiskommentar zum Urheberrecht, 4., neu bearb. Aufl., Gesetzesstand 1. April 2014 Aufl., München: Beck 2014, Randnotiz 8.

  8. Vgl. Steinhauer, Eric W.: Urheberrecht und Wissenschaft in der digitalen Welt: ein kurzer Problemaufriss, Hagen: FernUniversität in Hagen 2013, S. 7, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:708-dh2282.

  9. https://blog-genderopen.de/wp-content/uploads/2017/03/Einverst%C3%A4ndniserkl%C3%A4rung-2.pdf [Zugriff: 01.10.2018].

  10. https://blog-genderopen.de/wp-content/uploads/2017/11/Depositlizenz_final.pdf [Zugriff: 01.10.2018].

  11. Vgl. Runge, Anita: Das Botschafterinnen-Modell : Auf dem Weg zu einem Repositorium für die Geschlechterforschung, in: Wissenschaftlerinnen-Rundbrief 2 (2014), S. 7–9, https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/19417 [Zugriff: 01.10.2018].
    Zu einem anderen Testimonial-Modell im Bibliotheks- und Informationswesen vgl. bspw. eine Kampagne der Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften. Sigfried, Doreen: Imagekampagne der ZBW : Digitale Kompetenz kommunizieren, https://www.zbw-mediatalk.eu/de/2016/11/imagekampagne-der-zbw-digitale-kompetenz-kommunizieren/. [Zugriff: 01.10.2018].

  12. Vgl. bspw. Aleksander, Karin: Die Frau im Bibliothekskatalog, in: LIBREAS 25 (2014), S. 8–16, https://doi.org/10.25595/400.
    Adler, Melissa: Cruising the library: perversities in the organization of knowledge, First edition, New York: Fordham University Press 2017.
    Sparber, Sandra: What’s the frequency, Kenneth? – Eine (queer)feministische Kritik an Sexismen und Rassismen im Schlagwortkatalog, in: Mitteilungen der VÖB 69/2 (2016), S. 236–243, https://doi.org/10.25595/93.
    Zechner, Rosa: Zwischen Anspruch und Möglichkeit. Frauen*Solidarität: ein Beispiel aus der Beschlagwortung, in: Mitteilungen der VÖB 69/2 (2016), S. 244–252, https://doi.org/10.25595/96.

  13. Schlagwortliste der Genderbibliothek am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (Humboldt-Universität): http://genderbibliothek.de/Topics/List [Zugriff: 01.10.2018].

  14. Homepage der Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung querelles-net: http://www.querelles-net.de [Zugriff: 01.10.2018].

  15. Malli, Gerlinde, Susanne Sackl -Sharif und Elisabeth zehetner: Nach Bologna: Gender Studies in der unternehmerischen Hochschule. Eine Untersuchung in Österreich und der Schweiz, Graz: Inst. f. Soziologie 2015. http://unipub.uni-graz.at/urn:nbn:at:at-ubg:3-2168 [Zugriff: 01.10.2018].

  16. Vgl. Klösch-Melliwa, Helga: Frauenrelevante/feministische Inhaltserschließung, in: Frida, Verein zur Förderung und Vernetzung Frauenspezifischer Informations- & Dokumentationseinrichtungen in Österreich (Hrsg.): KolloquiA ; frauenbezogene, feministische Dokumentation und Informationsarbeit in Österreich ; Lehr- und Forschungsmaterialien, Bd. 11, Wien: Bundesministerium für Bildung, Wiss. und Kultur 2001 (Materialien zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft), S. 450ff.

  17. http://www.ida-dachverband.de/ [Zugriff 01.10.2018].

  18. Zu dieser Idee vgl. Schenk, Jasmin: Konzept zur Entwicklung eines geschlechtersensiblen Thesaurus, unveröffentlichte Masterarbeit, Technische Hochschule Köln 2018.

  19. https://www.opengenderjournal.de/ [Zugriff: 01.10.2018].


Andreas Heinrich, wissenschaftlicher Bibliothekar, ist Mitarbeiter im DFG-Verbundprojekt GenderOpen – Fachrepositorium für die Geschlechterforschung am Margherita-von-Brentano-Zentrum an der Freien Universität Berlin.

Anita Runge, Dr. phil., ist Geschäftsführerin des Margherita-von-Brentano-Zentrums an der Freien Universität Berlin und seit vielen Jahren in der Publikationsförderung aktiv. Sie ist Teil der kooperativen Leitung des DFG-Projekts GenderOpen – Fachrepositorium für die Geschlechterforschung und leitet das BMBF-Projekt Open Gender Platform.