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Viva el bibliotecario? Zum Image der Bibliothekarsausbildung in Mexiko

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Zitiervorschlag
Julia Pagel, José Luis Almanza Morales, "Viva el bibliotecario? Zum Image der Bibliothekarsausbildung in Mexiko". LIBREAS. Library Ideas, 3 ().


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Können Sie einige Worte zum Bibliothekarsberuf in Mexiko sagen?

Es wird eine Ausbildung von Fachleuten angestrebt, die Informationen auswählen, organisieren, verbreiten und (wieder-)gewinnen, und die außerdem den Gebrauch von Information in den verschiedenen Sektoren der mexikanischen Gesellschaft fördern sollen. Damit tragen sie zur wissenschaftlichen, technologischen, kulturellen und erzieherischen Entwicklung des Landes bei.

Welches sind die Arbeitsfelder für einen Bibliothekar in Mexiko?

Er kann in Bibliotheken und Informationszentren u.a. im Rahmen eines gesetzgebenden, sowie im Ausbildungs-, Gesundheits-, Finanz-, Informationshandels- und Wahlsektor arbeiten.

Sind die Arbeitsfelder eher im privaten oder im öffentlichen Sektor angesiedelt?

Zu einem großen Teil befinden sich die Arbeitsfelder des Bibliothekars im öffentlichen Sektor und besonders in den Universitätsbibliotheken.

Welche Informationsquellen werden den Nutzern zur Verfügung gestellt? Handelt es sich eher um Bücher, Datenbanken oder andere Informationsquellen?

Die meisten mexikanischen Bibliotheken speichern Informationen in Papierform wie Bücher und andere Publikationsformen, Videos etc. Außerdem haben die Universitäts- und Fach-bibliotheken zusätzlich zu den wichtigen Papiersammlungen vor über 10 Jahren elektronische Referenzdatenbanken entwickelt. Es sind gegenwärtig auch Volltextdatenbanken erstellt worden, zu denen die Nutzer online Zugang haben. Außerdem werden Beiträge aus Zeitschriften und anderen Publikationen als elektronische Volltexte zur Verfügung gestellt.

Gibt es für Bibliothekare Weiterbildungen, die sich z.B. mit der Leseförderung befassen?

Selbstverständlich. Einige der Fächer, die für den Abschluss mit der licenciatura
(= akademischer Abschluss) angeboten werden, beinhalten Themen wie: das Lesen, die Leser und Bibliotheken, die Didaktik der Bibliothekswissenschaft u.a.

Zu welchem Anteil beschäftigt sich der Studiengang mit bibliographischer Einordnung und der Katalogisierung?

Im 7. und 8. Semester werden verschiedene Aufgaben wie die dokumentarische Organisation, die Dewey-Klassifikation, die Klassifikation der Library of Congress und die Verzeichniserstellung behandelt.

Wie werden die neuen Medien in den Lehrplan integriert?

Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien werden als ein Medium und nicht als der Schwerpunkt im bibliothekswissenschaftlichen Bereich angesehen. Trotzdem werden während des Studiums 7 Fachgebiete zu Computern, Datenbanken, Telekommunikation, Systemen und automatisierten Programmen, Systemhandhabung, digitale Ressourcen und den Multimediabereich angeboten. Zusätzlich können, wenn der Lehrstuhl die Freiheit dazu hat, was besonders in der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) der Fall ist, die Professoren die neuen Technologien gemäß der Thematik in ihren Unterricht integrieren.

Wie viele Studenten beenden den Studiengang mit dem licenciado (=akademischer Grad)/Master/Promotion?

In der Zeit von 1995 bis 2004 schlossen 324 Studenten mit der licenciatura ab. Den Master erlangten 46 Absolventen und zwischen 2002 und 2004 promovierten 4 Personen. Es ist dennoch wichtig zu erwähnen, dass die Zahl der Abschlüsse mit der licenciatura um 30% gewachsen ist.

Wie viele der Studenten gehen in die bibliothekswissenschaftliche Forschung?

Die Zahl der Studenten, die nach dem akademischen Abschluss des Masters oder der Promotion in die Forschung im Centro Universitario de Investigaciones Bibliotecológicas (CUIB - Universitätszentrum für bibliothekswissenschaftliche Forschung) geht, ist gering. Trotzdem ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Studenten während ihrer Ausbildung vorbereitet werden, Forschungsarbeiten anzufertigen. Dafür werden Fächer wie „Methoden der Forschung“ und „quantitative“ bzw. „qualitative Forschung“ angeboten.

Welches Bild hat man in Mexiko von den Bibliotheken und den Bibliothekaren?

Die bibliothekswissenschaftlichen Schulen können die Nachfrage des Marktes nicht abdecken und das professionelle Personal ist in dieser Disziplin nicht ausreichend. Deswegen ist das Personal, welches den Bibliothekar unterstützen soll, meist nur mit Basiswissen über die Bibliothekswissenschaft ausgestattet. D.h. , die Personen haben grundlegende Qualifikationen erworben, aber keine Berufsausbildung. Aus diesem Grund sind die zur Verfügung gestellten Dienstleistungen und der Service absolut nicht zufrieden stellend. Das Bild, das man vom Bibliothekar und den öffentlichen oder schulischen Bibliotheken hat, ist nicht besonders gut. Auf der anderen Seite und angesichts der Tatsache, dass die professionellen Bibliothekare in Institutionen für die höhere Ausbildung und der Forschung tätig sind, ist das Bild, das die Benutzer der Bibliotheken von ihnen haben recht gut. Das hat vor allem mit der Art der Information zu tun, die verwaltet und zur Verfügung gestellt wird sowie mit der Qualität des Informationsservices, der angeboten wird, und mit der Nutzung der neuen Informationstechnologien.


José Luis Almanza Morales ist Koordinator der Bibliothek "Samuel Ramos" der Universidad Nacional Autónoma de México in Mexiko-Stadt.