> > > LIBREAS. Library Ideas # 8/9

Gibt es die Stadt noch – und welche Bibliothek braucht sie?


Zitiervorschlag
Olaf Eigenbrodt, "Gibt es die Stadt noch – und welche Bibliothek braucht sie?. ". LIBREAS. Library Ideas, 8/9 ().


Einleitung | Verteilte Städte, Shrinking Cities und die Telepolis | Das Zentrum | Die Peripherie | Städtische und soziale Brennpunkte | Shrinking Cities| Telepolis, Stadt im virtuellen Raum | Öffentliche Räume der Wissensgesellschaft | Bibliothekssterben? | Auslaufmodell verteilte Großstadtbibliothek | Bibliothekssterben und sozialräumliche Verteilung | Die dezentrale Digitale Bibliothek als kontextbezogener gesellschaftlicher Raum | Fazit

„Die Stadt gibt es heute nicht mehr. Da die Vorstellung von dem, was eine Stadt ist, in beispielloser Weise verändert und erweitert wird, führt jedes Beharren auf ihrem Urzustand – im Hinblick auf Bilder, Regeln und Bauweise – unwiderruflich über Nostalgie in die Belanglosigkeit." [Rem Koolhaas 1999 zit. in Michael A. Bihler 2004, S.16]

„The ambition is to redefine and reinvent the Library as an institution no longer exclusively dedicated to the book, but as an information store, where all media — new and old — are presented under a regime of new equalities. In an age where information can be accessed anywhere, it is the simultaneity of all media and the professionalism of their presentation and interaction, that will make the Library new. The library is transformed from a space to read into a social center with multiple responsibilities." [Rem Koolhaas 2004]

Mit diesen zwei Zitaten scheint die im Titel aufgeworfene – rhetorische – Frage schon beantwortet: Die Stadt wie wir sie kennen gibt es nicht mehr, aber sie braucht eine (neu definierte) Bibliothek. So einfach ist es allerdings nicht. Rem Koolhaas ist nicht nur Mitglied und Aushängeschild eines der einflussreichsten Architekturbüros der Gegenwart, des Office for Metropolitan Architecture (OMA), sondern als solches auch Architekt der Central Library in Seattle, der innerstädtischen Zentrale der Seattle Public Library. Seine Aussage über die Stadt stellt eine pointierte Positionierung innerhalb einer europäischen bzw. vor allem deutschen Diskussion über die planerische Zukunft der Stadt dar, keine Absage an die Stadt an sich. Der Bau der Seattle Public Library dagegen ist vielmehr die bewusste Annäherung an die Stadt der Wissensgesellschaft über die Bibliothek als einen ihrer zentralen Räume.

Ich werde an dieser Stelle keine weiteren Beispiele für die erstaunliche Aktualität der Bibliothek im urbanen Raum aufzählen, sie sind hinlänglich bekannt. Aber ich möchte auch die enttäuschen, die aufgrund des Titels schon wieder den wohligen Schauer des Untergangsszenarios gespürt und deshalb weitergelesen haben. Getreu dem Motto dieser Zeitschrift möchte ich im Folgenden vielmehr Ideen vorstellen, wie sich Bibliotheken in einem veränderten Stadtgefüge neu positionieren können. Dazu umreiße ich zunächst anhand einer groben sozialräumlichen Gliederung, wo wir in der Diskussion um die Stadt heute stehen, um dann nach einem Blick auf den öffentlichen Raum auf die Rolle der Bibliotheken eingehen zu können. Wesentliche Vorarbeit auf diesem Gebiet wurde von einer der wenigen gründlichen soziologischen Veröffentlichungen im deutschen Bibliothekswesen überhaupt, dem Band Trends für Großstadtbibliotheken der ekz[Fn1], geleistet. Die Veränderungen der letzten Dekade erlauben es aber, sich die damals geäußerten Positionen noch einmal anzusehen, zu präzisieren und, wo nötig, zu korrigieren. Sowohl in der Diskussion um die Zukunft der Stadt als auch in der Entwicklung der Bibliotheken sind wir heute wesentlich weiter als vor zehn Jahren.

Das Konzept einer dezentralen und kontextbezogenen Bibliothek als gesellschaftlicher Raum, so meine These, ist geeignet, zeitgemäße Antworten auf die Entwicklung urbaner Öffentlichkeit zu finden und zwar grundsätzlich unabhängig von den lokalen Gegebenheiten (dass es sich dabei um eine Digitale Bibliothek handelt, versteht sich von selbst). Trotzdem beschränke ich mich im Wesentlichen auf Deutschland bzw. Mitteleuropa. Die sich gleichzeitig z. B. in Asien oder Afrika abspielenden Prozesse gesteuerter Stadtplanung und ungebremsten Wachstums sind mit mitteleuropäischen und selbst mit nordamerikanischen Maßstäben nicht zu erfassen, auch wenn Architekten aus diesen Ländern daran beteiligt sind. In Europa wiederum werden städtebauliche Diskussionen aufgrund der Deindustrialisierung, der demographischen Entwicklung und der Debatte um die Zukunft des öffentlichen Raums zum Teil auf ganz anderen Feldern ausgetragen.

Verteilte Städte, Shrinking Cities und die Telepolis

Stadt- oder Urbanismusforschung hat wieder Konjunktur. Zuletzt wurde in Berlin das interdisziplinäre „Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung“ gegründet, das – in Erinnerung an den 'Begründer' der Großstadtforschung – die in verschiedenen Disziplinen vorhandenen Potentiale bündeln will, um die bisher verbreitete defizitäre Beschreibung der Entwicklung regional und überregional bedeutender Zentren durch eine den heutigen Realitäten angemessene Forschung zu ersetzen.[Fn2] Das korrespondiert mit der neuen Bedeutung des Raumbegriffs in den Sozialwissenschaften, eine Entwicklung, die auch der soziologischen Betrachtung von Bibliotheken einen neuen Schub geben kann. Im erwähnten Band der ekz macht Klaus Kunzmann zwölf wesentliche Faktoren aus, die die Entwicklung der Städte in Deutschland bestimmen[Fn3]:

- Spezialisierung
- Differenzierung und Fragmentierung
- Polarisierung
- Arbeitslosigkeit
- Identität
- Widerspruch von Wachstum und Nachhaltigkeit
- Demographie
- Deregulierung
- Privatisierung öffentlicher Räume und Dienstleistungen
- Sicherheitsbedürfnisse
- Erhalt des Charakters der 'europäischen Stadt' in der Globalisierung
- Städtebau

Alle diese Faktoren haben ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren und sind in enger Verbindung zu den allgemeinen Trends der Stadtentwicklung zu sehen. Am wichtigsten aber sind im Zusammenhang mit den Bibliotheken die unter Differenzierung und Fragmentierung gefassten Phänomene, die sich vor allem auf die sozialräumliche Gliederung der Stadt beziehen. Ich orientiere mich daher an einer groben Topographie der Städte:
Zentrum – Peripherie – städtische soziale Brennpunkte – Shrinking Cities – Telepolis, Stadt im virtuellen Raum

Das Zentrum

Viele Jahre wurde in Deutschland das Sterben der Innenstädte beklagt. Nach der Verdrängung eines Großteils der Wohnbevölkerung in sanierte Neubaugebiete und in die Peripherie begann die Abwanderung von Gewerbebetrieben und Einkaufsmöglichkeiten[Fn4]. Gleichzeitig waren aber auch immer gegenläufige Trends zu beobachten.

Seit den 70er Jahren finden in den Großstädten der Bundesrepublik Prozesse statt, die unter dem Stichwort 'Gentrification' zusammengefasst werden. Zentrale Lagen mit Altbausubstanz, die von sozial schwachen Bevölkerungsschichten – oft migrantischer Herkunft – bewohnt sind, werden durch Gentrification schrittweise verändert.[Fn5] Angefangen bei den Hausbesetzungen der 70er und 80er Jahre über ein studentisches WG-Milieu bis zur aufwändigen denkmalgerechten Sanierung der Häuser und der Schließung noch vorhandener Baulücken verwandeln sie sich langsam in gehobene Lagen, die von Angehörigen so genannter 'urbaner Eliten' bewohnt werden. Dabei waren es ursprünglich die soziale Durchmischung, die 'Multikulturalität' und die Möglichkeiten kreativer Aneignung, die die Viertel für die neuen Bewohner interessant machten. Wie lange sich die Mischung halten lässt, hängt vom durch Nachfrage erzeugten Sanierungsdruck, von der Toleranz der neu Hinzugezogenen und auch vom Verwaltungshandeln ab. Tendenziell lassen sich diese Prozesse in den Metropolen besser steuern als in kleineren Großstädten, die eventuell über einen nur geringen Bestand an der für die beschriebene Entwicklung wichtigen Altbausubstanz verfügen.

Die Stadtviertel, die auf diese Weise entstehen, verfügen i. d. R. über eine gut ausgebildete, wohlhabende Bevölkerung mit ausgeprägtem kulturellem und politischem Bewusstsein. Hierbei handelt es sich um Singlehaushalte und auch Familien, die sich bewusst gegen eine Abwanderung in suburbane d. h. am Stadtrand gelegene, Einfamilienhaussiedlungen entscheiden, da sie in ihrer Wohnumgebung eine bestimmte urbane Qualität suchen. An der Spitze dieser Entwicklung stehen die reichen Singles oder so genannten 'Dinks' (Doppelverdiener ohne Kinder), die als hochflexible und beruflich mobile Gutverdiener zum Teil über mehrere Wohnsitze verfügen und sich die Wohnung im hippen Szeneviertel zusätzlich halten. Gastronomie und Geschäfte des gehobenen Bedarfs prägen im Allgemeinen zusammen mit Galerien, Boutiquen junger Designer, und auch Buchhandlungen mit spezifischem Sortiment das Bild des kreativen und trendigen urbanen Lebens.

Auch in den Innenstädten oder 'Cities' spielen sich Wandlungsprozesse ab. Das 'Sterben' der Innenstädte war, wie bereits erwähnt, vor allem auch durch die Abwanderung von Filialisten und die Insolvenz von Einzelhändlern gekennzeichnet. Lange Zeit wurde das Einkaufszentrum 'auf der grünen Wiese' als der logische Schlusspunkt einer Stadtentwicklung vom Zentrum in die Peripherie gesehen. Diese Tendenz hat sich mittlerweile abgeschwächt. Gerade in zentralen Lagen eröffnen immer mehr Einkaufszentren, die sich durch urbane Inszenierungen als neue Zentren der Stadt verkaufen. Diese Inszenierungen sind auf eine Multifunktionalität ausgerichtet, die durch eine ausgeprägte Eventkultur versucht, Identifikation zu erzeugen. Jenseits der immer gleichen Angebote versuchen die Shopping Malls, durch ein 'gewisses Etwas' Stammkunden zu gewinnen und an sich zu binden. Dabei werden vor allem Mittelschichtsmilieus und gezielt auch Jugendliche angesprochen, die kaufkräftig und konsumfreudig sind. Es werden aber auch bestimmte Einkaufsstraßen aufgrund ihrer Lage und Bekanntheit gezielt aufgewertet, um der Stadt 'ihr Zentrum zurückzugeben'.

Beide genannten Zentrumslagen, die innerstädtische Einkaufszone und die von einer neuen, bürgerlich-kreativen oberen Mittelschicht bewohnten Altbaulagen, zeichnen sich durch eine hohe Informationsdichte[Fn6] aus. Dagegen nimmt die Informationsdichte zur Peripherie hin ab.

Die Peripherie

Trotz dieser "Reurbanisierung"[Fn7] schreitet die Suburbanisierung weiter fort. Der großmaßstäbliche Siedlungsbau der 70er und 80er Jahre wurde durch die privatwirtschaftlich organisierte Erschließung neuer Einfamilien- oder Reihenhausgebiete abgelöst, die im Umland der Metropolen vor allem um junge Familien werben. Zwar stimmt die von Hartmut Häußermann noch 1998 erwähnte Regel nicht mehr, dass „die Städte durch diese Prozesse vor allem Einwohner verlieren, die „durchschnittlich höhere Einkommen und eine höhere Qualifikation“ haben[Fn8], das Umland der Städte profitiert aber weiterhin von einer besseren Lebensqualität und einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis.

Die zugezogene Bevölkerung in diesen Gebieten ist in ihrer Zugehörigkeit gespalten. Das 'eigene Heim' korrespondiert meist mit einer beruflichen Tätigkeit und Freizeitaktivitäten in der Stadt. Für die Städte bedeutet dies insbesondere ein fiskalisches Problem: Menschen, die ihre direkten Steuern in einer Umlandgemeinde zahlen, nehmen Einrichtungen wie zum Beispiel Bibliotheken in Anspruch, die von der Stadt finanziert werden. Stadtstaaten und Metropolen mit Ländergrenzen überschreitenden Einzugsbereichen sind davon besonders betroffen.

In den Vorstädten leben oft zwei unterschiedliche Bevölkerungen nebeneinander: die Alteingesessenen, die oft einem traditionsverbundenen, wenig mobilen Milieu angehören und junge Familien, die über genügend Einkommen und Mobilität verfügen, zwischen den Angeboten ihrer suburbanen Umgebung und denen des Stadtzentrums zu wählen. Aufgrund des engen Beziehungsgeflechts von städtischem Zentrum und Umland in Metropolenregionen spricht man inzwischen auch von 'Zwischenstadt', einem Gebiet, in dem nicht deutlich auszumachen ist, wo das Umland aufhört und die Stadt anfängt.[Fn9]

Städtische soziale Brennpunkte

Bisher war vor allem von Bereichen der Stadt die Rede, die den Angehörigen der urbanen Mittelschichten offen stehen bzw. die sie sich aneignen. Problematisch erscheinen vor diesem Hintergrund Neubau- bzw. Sanierungsgebiete der 50er bis 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Sie sind städtebaulich durch die Vorstellung der aufgelockerten, entflechteten Stadt der klassischen Moderne geprägt. Dahinter steht die Idee, durch Architektur ließen sich soziale Probleme entschärfen oder gar lösen; das Scheitern dieser Idee wurde allerdings schon in den 70er Jahren erkannt.[Fn10] Die Bausubstanz ist oft schlecht, da unter dem Druck der Wohnungsnot gebaut wurde, die beide Teile Deutschlands betraf. Hier siedelten sich vor allem Arbeiter und als Gastarbeiter zugezogene Migranten an, sofern letztere nicht in damals unattraktive und zum Abriss bestimmte Altbaugebiete einquartiert und erst später im Zuge der Gentrification von dort wieder verdrängt wurden. Die hohe Arbeitslosigkeit und eine zunehmend homogene Bevölkerung aus 'sozialen Verlierern' hat hier eine angespannte soziale Situation entstehen lassen. Die Einwohner können oder wollen nicht wegziehen und Jugendliche sehen für sich keine Perspektiven und beherrschen das Straßenbild durch zunehmend aggressiveres Auftreten und bandenmäßige Organisation. Beides verstärkt wiederum das schlechte Image der Nachbarschaft und erschwert den Aus- bzw. Aufstieg aus diesen Milieus. Geprägt werden diese Viertel von leer stehenden Ladenlokalen neben Discountern, so genannten 99-Cent-Shops, Spielhallen und ähnlichen Einrichtungen.

Neben den beschriebenen Räumen existieren natürlich auch immer noch Stadtviertel mit einer heterogenen Sozialstruktur und einer klassischen Mischung aus Wohnen und Gewerbe. Die Entwicklung hin zur „polarisierte[n] Stadt“[Fn11] lässt solche Viertel allerdings seltener werden, auch wenn Politik sie mehr und mehr als elementare Bestandteile der funktionierenden Stadt begreift und zurückgewinnen will.[Fn12]

Shrinking Cities
Eine Besonderheit in deindustrialisierten Regionen sind die Shrinking Cities oder 'Schrumpfenden Städte'. Die Idee der Großstadt beruht wesentlich auch auf einem Bevölkerungswachstum, das die westlichen Industriegesellschaften bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein prägte. Mittlerweile sind die klassischen Industrieländer mit Ausnahme der USA von der Stagnation oder einem Rückgang der Bevölkerung geprägt. Gleichzeitig hat sich das Arbeitsplatzangebot von den ehemaligen Industriezentren in Richtung Dienstleistungszentren verlagert. Dadurch verlieren Regionen, Städte und auch (ehemalige) Großstädte zum Teil dramatisch an Bevölkerung. Diese Dynamik der Schrumpfung führt zu einer Überalterung der Städte und zu Leerständen, von denen nicht nur Randgebiete, sondern zum Teil auch Innenstädte betroffen sind. Diese Leerstände erzwingen „Veränderungen beim räumlichen Angebot kommunaler und privater Leistungen […] (Schulen, Einkaufszentren, Kapazitäten des öffentlichen Nahverkehrs)“[
Fn13]. Hier sind natürlich auch Bibliotheken betroffen. Durch diese Prozesse beschleunigt sich der so genannte Braindrain, d.h. die Abwanderung gut ausgebildeter Bewohner, ein Prozess, der in der Wissensgesellschaft unweigerlich in den Niedergang einer Region führt, wenn er nicht durch Eingriffe von außen gestoppt wird. Ulf Matthiesen sieht hier eine „Kritische Masse“[Fn14]. Wenn diese unterschritten wird, geraten die betroffenen Regionen in einen Strudel sich gegenseitig verstärkender Faktoren (Innovationsstau, Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, schlechte Infrastruktur, gewalttätige und fremdenfeindliche Tendenzen), der sie immer weiter nach unten zieht. Am Ende „verliert die Teilregion ihre Überlebensfähigkeit.“[Fn15] Das Beispiel zeigt auch, dass die Wissensgesellschaft bei aller Verschränkung von virtuellem und physischem Raum immer auf Verdichtung und funktionierende soziale Gefüge angewiesen ist.

Telepolis, Stadt im virtuellen Raum
In seiner Programmschrift „Die Telepolis: Urbanität im Digitalen Zeitalter“ entwirft Florian Rötzer auf dem Höhepunkt der ersten New-Economy-Blase die Stadt der Zukunft als einen Ort, der seine wirkliche Identität nicht in realen Räumen, sondern im Cyberspace findet. Die von ihm Telepolis genannte „virtuelle Stadt der Informationsgesellschaft“[
Fn16] beruht vor allem auf der – durch die Informationstechnologie beförderten – Dezentralisierung. Menschen werden in diesem Modell mobiler, Städte ortlos und nur diejenigen bleiben zurück in den urbanen Verdichtungen, die den Anschluss an die Datennetze verpassen. Dabei sieht Rötzer eine „Ordnung der Informationsgesellschaft“ anbrechen, „in der räumlich lokalisierte und verdichtete Zentren nur noch ein Fossil aus vergangenen Zeiten sind“[Fn17]. Solche Phantasien beruhen vor allem auf der Fehleinschätzung, Kontakte und Begegnungen im virtuellen Raum würden solche im realen Leben obsolet machen. Dass dies nicht zutrifft, konnte inzwischen empirisch nachgewiesen und anthropologisch begründet werden.

Vielmehr haben wir es heute mit einer Verschränkung von virtuellen und realen Räumen zu tun. Die Dezentralisierung und das 'Ausufern' der Stadt über den physischen Raum hinaus sind aber, anders als Rötzer vermutet, kein Widerspruch zur verdichteten Großstadt, sondern konstituiert sie erst als urbanen Raum:

„Das bedeutsamste Wesen der Großstadt liegt in dieser funktionellen Größe jenseits ihrer physischen Grenzen: und diese Wirksamkeit wirkt wieder zurück und giebt ihrem Leben Gewicht, Erheblichkeit, Verantwortung. Wie ein Mensch nicht zu Ende ist mit den Grenzen seines Körpers oder des Bezirks, den er mit seinen Tätigkeiten unmittelbar erfüllt, sondern erst mit der Summe der Wirkungen, die sich von ihm aus zeitlich und räumlich erstrecken: so besteht auch eine Stadt erst aus der Gesamtheit der über ihre Unmittelbarkeit hinausreichenden Wirkungen. Dies erst ist ihr wirklicher Umfang, in dem sich ihr sein ausspricht." [Georg Simmel 1995, S. 127]

Simmel, der mit dem zitierten Aufsatz nichts weniger als die soziologische Großstadtforschung begründet, sieht die Vollendung der Metropole in der Freiheit, den Raum jenseits ihrer physischen Grenzen zu gestalten und zu beeinflussen. Der virtuelle Raum gehört zum physischen Raum unmittelbar dazu. Es zeugt von einem falschen Verständnis von Urbanität, beide als Antagonisten zu sehen. Das bedeutet natürlich auch, von lieb gewonnenen Vorstellungen einer überschaubaren Stadt Abschied zu nehmen und die räumliche Identifikation woanders zu suchen, doch dazu später.

An den Entwicklungen von virtuellen Welten wie Second Life[Fn18] wird deutlich, dass das reale Leben massiv in den Cyberspace eindringt. Von Immobilienhandel und Geldautomaten bis zu Prostitution, von Wahlkampf und Demonstrationen bis zu Eingriffen der Justiz sind Ökonomie und Staat im Second Life präsent. Je mehr sich die eskapistische Utopie verflüchtigt, desto mehr wird Second Life zu einem ganz gewöhnlichen sozialen Raum, der immer an das reale Leben rückgebunden ist. Andererseits werden viele Möglichkeiten der Kommunikation im virtuellen Raum erst mit dem Web 2.0, in dessen Rahmen Second Life realisiert wird, wirklich ausgeschöpft.

Das angebliche Verschwinden der urbanen Öffentlichkeit[Fn19] findet nicht statt. Vielmehr unterstützen sich räumliche Mobilität als ständiger Wechsel zwischen den zahlreicher werdenden öffentlichen Orten der Begegnung und die nicht ortsgebundene Begegnung mit Menschen und Communities im weltweiten Netz gegenseitig, wie auch aktuelle Zahlen zur Nutzung des Internet als Forum sozialer Begegnungen zeigen[Fn20]. Dies wirft die Frage nach den Voraussetzungen und Bedingungen öffentlicher Räume in der Wissensgesellschaft auf.

Öffentliche Räume der Wissensgesellschaft

Ich möchte an dieser Stelle keine ausführliche Diskussion zu Rolle des öffentlichen Raums in der Wissensgesellschaft führen, es ist aber wichtig, einige wesentliche Punkte festzuhalten. Im Gegensatz zum Konzept der Informationsgesellschaft beruht das Modell Wissensgesellschaft nicht auf binären Oppositionen, sondern ist wesentlich komplexer strukturiert. Wesentliche Faktoren sind dabei ein erweiterter Kommunikationsbegriff und die Erkenntnis, dass ein solches Modell nicht mehr normativ, sondern immer nur innerhalb bestimmter Teilgesellschaften funktioniert, wie ich an anderer Stelle eingehend ausgeführt habe[Fn21]. Meine skizzenhaften Erläuterungen zur gegenwärtigen sozialen Topographie deutscher Städte „verdeutlichen die Schwierigkeit, Voraussagen hinsichtlich räumlicher Ausdehnungs-, Konzentrations- und Segregationsprozesse und deren konkreten Auswirkungen zu treffen.“[Fn22] Genauso problematisch ist es, 'den' öffentlichen Raum zu definieren. In normativen Gesellschaftsmodellen lässt sich 'öffentlicher Raum' juristisch, kulturell und ökonomisch immer entlang der gesellschaftlichen Grundopposition 'Privat – Öffentlich' definieren, wie es zuletzt Jürgen Habermas in seinem Standardwerk zum Thema versucht hat.[Fn23] Geht man aber nach dem Ende der Industriegesellschaft von einer Segregation, also Aufspaltung, in Teilgesellschaften aus, so multiplizieren sich die Möglichkeiten des öffentlichen Raumes. Dazu gehören z.B. auch Räume, die vorher trotz ihres öffentlichen Charakters nicht als öffentlich charakterisiert wurden, da sie an den Rändern der bürgerlichen Industriegesellschaft lagen. Andere Tendenzen liegen z. B. in der 'Privatisierung' öffentlicher Räume (die ihren öffentlichen Charakter offensichtlich dadurch nicht unbedingt verlieren) oder auch in der Aneignung neuer öffentlicher Räume.

Die gegenseitige Durchdringung von öffentlichem und privatem Raum, die, wie oben erwähnt, immer auch parallel zur gegenseitigen Durchdringung von realem und virtuellem Raum verläuft, ist inzwischen hinreichend beschrieben worden.[Fn24] Daher bietet es sich an, öffentlichen Raum nicht mehr mit Hilfe normativer Kategorien zu beschreiben, sondern sich über die konkrete Funktion anzunähern, beispielsweise über die Unterscheidung von repräsentativen, kulinarischen und zivilgesellschaftlichen Räumen, wie sie Bihler erläutert.[Fn25] Nahe liegend ist der repräsentative öffentliche Raum, in dem sich die Gesellschaft bzw. ihre Organisationsform (in unserem Fall die Stadt) durch symbolische Architektur, Denkmäler und die Darstellung kultureller und wissenschaftlicher Leistungen ihrer selbst vergewissert. Wesentliche Funktionen sind hier Repräsentation, Identifikation und auch Machtausübung. Die historischen Beispiele reichen von den römischen Kaiserforen über die Rathausplätze der frühneuzeitlichen Stadtrepubliken bis zum Berliner Regierungsviertel. Es sind durchweg Räume hoher, aber kontrollierter Informationsdichte, in denen Kommunikation meist nur in eine Richtung verläuft.

Unter kulinarischen Räumen sind alle Räume der Zerstreuung, Unterhaltung und informellen Kommunikation zu verstehen. Solche Räume haben zum Teil verbindenden Charakter, da sich hier unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen begegnen. Zum Teil wirkt aber unbewusst oder durch zielgruppenorientierte Planung die soziale Segregation, d. h. die Ausgrenzung bestimmter Personengruppen aufgrund verschiedener Merkmale, in diese Räume hinein. Auch hier ist die Informationsdichte besonders hoch, Kommunikation ist aber freier und in verschiedene Richtungen möglich. Web 2.0 bietet unter anderem die Möglichkeit der Intervention in und teilweisen Aneignung von virtuellen kulinarischen Räumen, die aber immer mehr von der Medienindustrie kontrolliert wird.

Zivilgesellschaftliche Räume werden an anderer Stelle auch als 'Dritter Raum' bezeichnet. Hier begegnen sich potentiell alle gesellschaftlichen Gruppen in einer barrierefreien kontrollarmen Umgebung. Solche niedrigschwelligen Angebote wirken zwar einerseits der Segregation entgegen und verschaffen Menschen Zugang zu Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten, den sie sonst nicht hätten, sind aber auch immer die Orte, an denen gesellschaftliche Friktionen und Spannungen offensichtlich werden. Zudem muss immer gefragt werden, ob solche Räume nicht im Wesentlichen dem Wunschdenken politisch sozialliberal ausgerichteter Angehöriger der Mittelschicht entspringen. Die Schaffung so genannter soziokultureller Zentren z. B. ist oft genug ein wesentlicher Antrieb der Gentrification, die dann in den benachbarten Wohngebieten stattfindet. Die Angebote dieser Zentren sind häufig nur für diejenigen interessant, die sie gestalten. Ähnliches ist auch im Web 2.0 zu beobachten, wo junge, gut ausgebildete Angehörige der Mittelschicht Räume schaffen, die im Wesentlichen von jungen, gut ausgebildeten Angehörigen der Mittelschicht genutzt werden und sich durch Faktoren wie Habitus, Sprache und Digital Divide wirklicher allgemeiner Beteiligung verschließen. Es genügt also nicht, mit gutem Willen solche virtuellen und physischen Räume zu schaffen, man muss auch dafür sorgen, die Schwelle entsprechend niedrig zu halten und die soziale Umgebung im Auge behalten.

Ein anderes Problem, das gerade im städtischen Bereich wirksam wird, hängt mit der 'Multikulturalität' solcher Räume zusammen: Zum einen versucht man, den Kulturen und Sprachen der Bevölkerung mit migrantischem Hintergrund gerecht zu werden (in Bibliotheken z.B. durch die Anschaffung entsprechender Medien und das Angebot von mehrsprachigen Dienstleistungen), zum anderen schafft man auf diese Weise unter Umständen aber auch Räume, in denen Ideen und Vorstellungen propagiert werden, die der demokratischen Idee des 'Dritten Raums' zuwiderlaufen. Dies liegt überwiegend begründet in fehlendem Sprachverständnis, manchmal aber auch mit falsch verstandenem Respekt vor 'schützenswerten' kulturellen Traditionen. Nimmt man das aufklärerische Ideal des zivilgesellschaftlichen Raums ernst, so darf man meines Erachtens solche Positionen nicht unterdrücken oder zensieren, ist aber verpflichtet, ihnen entschieden und offen entgegenzutreten.

Die Möglichkeiten, die öffentliche Räume heute bieten, sind ebenso vielfältig wie die sich daraus ergebenden Probleme. Wenn es stimmt, dass die Dezentralisierung und das Ausufern des urbanen Raums bis über die physischen Grenzen hinaus zum Wesen der Großstadt gehören und sie als Ort individueller Freiheit erst begründen, wie im Kapitel zum virtuellen Raum erläutert, dann kann die Bibliothek sich in diesen Prozessen nur behaupten, wenn sie sich offensiv in allen denkbaren Räumen einbringt.

Bibliothekssterben?

Politik und Verwaltung haben auf die beschriebenen Entwicklungen bisher oft mit marktwirtschaftlichen oder ordnungspolitischen Maßnahmen reagiert. Die Pole sind eine totale Privatisierung öffentlicher Räume und die Rückkehr zu einer Repräsentationskultur des 19. Jahrhunderts, als die Stadt als gebauter Raum einer normativen Gesellschaft vermeintlich noch 'in Ordnung' war:

„Das Milieu der europäischen Stadt war die Ausprägung einer in der Gesellschaft vorhandenen Idee des Städtischen. Da wir eine solche Idee heute keineswegs als gegeben voraussetzen können, verdient es reichliche Skepsis, wenn die Planung ausgerechnet auf ein Formenrepertoire des 19. Jahrhunderts zurückgreift, das vornehmlich im Dienste der bürgerlichen Repräsentation entstanden war. Wenn wir heute in der Moderne einen Mangel an Urbanität wahrnehmen, sollten wir da nicht zuerst fragen, woraus Urbanität entsteht, ehe wir einfach der Moderne davonlaufen?" [Andreas Feldtkeller 1995, S. 24]

Diese Planungsmentalität wird auch von Koolhaas, Rötzer, Häußermann und anderen kritisiert. Sie beruht auf der falschen Vorstellung, die Stadt des 19. Jahrhunderts sei etwas Vollendetes, Statisches gewesen. Dabei stand sie in ihrer dynamischen Entwicklung den heutigen Städten in nichts nach, war ihnen sogar teilweise überlegen. Ziel kann es nicht sein, durch konservatorische oder rekonstruktive Maßnahmen einen endgültigen 'Idealzustand' herzustellen, sondern Räume in einer Weise zu gestalten und zu erschließen, die der beschriebenen Vervielfältigung und Differenzierung öffentlicher Räume gerecht wird.

Dazu sind aus Sicht der Bibliotheken einige Einsichten nötig:

- Die verteilte Großstadtbibliothek heutigen Zuschnitts ist ein Auslaufmodell.
- Das Bibliothekssterben findet in der Fläche statt, nicht im Zentrum.

Auslaufmodell verteilte Großstadtbibliothek

An dieser Stelle biete ich eine sozialräumliche und informationslogistische Begründung dieser Prognose. Walther Umstätter hat in dieser Zeitschrift auf die Dichotomien hingewiesen, die das Bibliothekswesen heute prägen. Eine dieser Dichotomien ist für ihn die gegenläufige Entwicklung von Zentralisierung und Dezentralisierung.[Fn26] Er kommt zu dem Schluss, dass eine 'klassische Bibliothek' als verteilte Bibliothek in der Wissensgesellschaft eigentlich nicht existieren kann. Die Ausrichtung eines Bibliothekssystems auf eine (oder zwei) Zentrale(n) und viele kleine Zweigstellen, deren Programm und Dienstleistungsangebot von der Zentrale aus mehr oder weniger gesteuert wird, führt zu einer „hyperbolischen Verteilung“ der Ressourcen. Während die mobilen, flexiblen Bevölkerungsgruppen mehr und mehr die Zentrale aufsuchen, werden die weniger attraktiven Zweigstellen mit geringerer Informationsdichte von genau diesen Bevölkerungsgruppen gemieden. Wer mediale und damit auch politische Aufmerksamkeit erfährt, entscheiden aber die abwandernden Information Rich, nicht die zurückbleibenden Information Poor. Aus dieser Perspektive lohnt es sich, das in Deutschland offensichtlich stattfindende und beklagte 'Bibliothekssterben' zu betrachten.

Bibliothekssterben und sozialräumliche Verteilung

Ein Blick auf die Webseite bibliothekssterben.de zeigt in Hinblick auf Großstadtbibliotheken folgendes: Neben den dort gemeldeten Etatkürzungen und Haushaltssperren sind es im Wesentlichen Stadtteilbibliotheken, auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtete Zweigstellen und Fahrbibliotheken, die geschlossen werden. Eine genauere empirische Untersuchung würde sich an dieser Stelle lohnen:

1. In welchen Stadtvierteln werden die Zweigstellen geschlossen? Die Vermutung liegt nahe, dass es zum Beispiel in den Vierteln der urbanen Mittelschichten seltener zu Schließungen kommt, als in den abgehängten Problemgebieten mit zusammenbrechender Infrastruktur. Dies hat weniger mit dem Steueraufkommen als mit politischem Interesse und Mobilisierungsfähigkeit der Bewohner zu tun.

2. Wie sind die Bibliotheken infrastrukturell ausgestattet? Auf bibliothekssterben.de stehen, wenn überhaupt, nur Bestandszahlen, die oft unter 10.000 Bänden liegen. Das Denken in Bestandseinheiten trifft aber genau nicht den Kern dessen, was z. B. Umstätter meint. Relevanter wären Angaben zu der Frage, wie viele kostenlose Breitbandzugänge hier abgeschaltet wurden, wie viele Schulungen nicht mehr stattfinden und welche Informations- und Sozialkompetenz mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an einen Stellenüberhang verloren wurde. Bei der Schließung von Kinder- und Jugendbibliotheken wäre es auch interessant zu wissen, wie denn eigentlich die Altersstruktur der betroffenen Bevölkerung beschaffen ist.

Würde man Kommunalpolitiker einiger deutscher Großstädte mit Zahlen zum „Bibliothekssterben“ konfrontieren, würden sie entgegenhalten, dass eine Menge in den Bau und die technische Infrastruktur von Bibliotheken investiert wird. Gerade im Bereich der öffentlichen Großstadtbliotheken sind zurzeit mehrere Bau- und Umbauprojekte in Planung oder im Bau, die dem „Bibliothekssterben“ die mediale Aufmerksamkeit entziehen. Kann man einer Kommune, die sich um eine repräsentative und moderne Zentralbibliothek bemüht, vorwerfen, dass sie kleinere, dezentrale Standorte mit schlechter Infrastruktur schließt? Die Antwort lautet zunächst einmal grundsätzlich ja, da dieses Vorgehen nicht höherer stadtplanerischer oder gar bibliothekspolitischer Einsicht geschuldet ist. Vielmehr spielen hier Etatplanungen eine Rolle, die Kultur und Bildung nur dann als wesentlich begreifen, wenn sie sich als Standortfaktoren verkaufen lassen. Mit spektakulären Neubauten lassen sich Bildungsnähe und Innovationsfreude demonstrieren und im Idealfall des Public Private Partnership hat der Kämmerer zunächst nicht einen Euro dazu bezahlt. Das Bedürfnis der Städte, eine Zentralbibliothek als repräsentativen öffentlichen Raum zu errichten, ist natürlich grundsätzlich gut und zeigt, dass Bibliotheken zumindest in dieser Beziehung noch etwas zugetraut wird. Die Sichtbarkeit und öffentliche Aufmerksamkeit, die eine solche Bibliothek verleiht, ist für die Bibliotheken auf jeden Fall ein großer Vorteil. Im urbanen Zentrum als Bereich höchster Informationsdichte an prominenter Stelle präsent zu sein, verschafft einer Großstadtbibliothek den Rang, den sie in der Wissensgesellschaft einnehmen sollte.

Dies trifft im Übrigen auch auf andere Bibliothekstypen zu. In Deutschland haben wir das Glück, dass jede Metropole über mindestens eine zentral gelegene, große Universität verfügt. Der Vorteil dieser Standorte gegenüber den Campusuniversitäten ist, dass sie in der Öffentlichkeit sichtbar sind und als halböffentliche Räume eine aktive Rolle im urbanen Zentrum spielen können. Für die Städte hat dies den Vorteil einer noch höheren Informationsdichte. Die Universitätsbibliotheken können, wenn sie sich als öffentliche wissenschaftliche Bibliotheken begreifen, durch die Öffnung gesellschaftlicher Räume bei der Vermittlung zwischen Metropole und Universität eine zentrale Rolle spielen.

Was ist aber mit dem Sterben der Zweigstellen und dezentralen Standorte? In Deutschland kam im Jahr 2000 auf 7.252 Einwohner eine Öffentliche Bibliothek, in den USA auf 17.121.[Fn27] Hier stellt sich wieder die Frage der Informationslogistik. Wie viele unselbständige, infrastrukturell schlecht angebundene und ausgestattete dezentrale Zweigstellen hält ein großstädtisches Bibliothekssystem aus und wie viele inhaltlich unabhängige, in ihrem Umfeld verankerte und technisch gut ausgestattete Bibliotheken bräuchte es?

Die dezentrale Digitale Bibliothek als kontextbezogener gesellschaftlicher Raum

Vor 50 Jahren schrieb Bartholomeus Landheer in seiner Monographie Social Functions of Libraries über die zukünftigen Aufgaben von Bibliotheken:

„In whatever way these developments might take place, it seems certain that continued social growth will mean a continued increase in intergroup and interhuman communication. Whether the process of social growth is evolutionary or operates via the mechanism of conflict, this seems definite.
If we regard social planning as a conscious effort toward evolutionary development, it is obvious that it must aim at an increase in intergroup communication." [Landheer 1957, S.239]

Auch wenn Landheer medial noch fest in der Gutenberg-Galaxis verwurzelt war und das Lesen und Schreiben von Druckwerken für den wichtigsten gesellschaftlichen Kommunikationsprozess hielt, ist der Stellenwert, den er der Kommunikation innerhalb und zwischen gesellschaftlichen Gruppen gibt, zu unterstreichen.

In den letzten Jahren ist viel zur Zukunft der (öffentlichen) Bibliothek als öffentlicher Raum in der Stadt gesagt und geschrieben worden. Dabei spielt nicht nur für Kunzmann die Kommunikation eine entscheidende Rolle, alle von ihm genannten „Neun Wünsche an Bibliotheken für die Bürgergesellschaft in der Stadt der Zukunft“[Fn28] haben an Aktualität nichts verloren und brauchen hier nicht wiederholt werden. Ich möchte sie aber strukturell und systematisch noch etwas präzisieren. Kunzmann stellt richtig fest, dass sich dezentrale Bibliotheken „der Bedürfnisse ihrer jeweiligen lokalen Zielgruppen annehmen müssen“[Fn29]. Dies gilt es noch einmal verstärkt hervorzuheben. Im Gegensatz zu Kunzmann sehe ich solche Bibliotheken aber nicht als "Satelliten" einer "Agora"[Fn30] an, sondern würde sie als weitgehend autonome Einheiten betrachten, die eine kontextbezogene Arbeit leisten, die letztendlich zum Ziel hat, die informationelle Partizipation der Individuen und Gemeinschaften zu fördern und sich dabei als Teil dieser lokalen Gemeinschaften zu begreifen. Dabei gilt es auch, das jeweilige kulturelle Umfeld wahrzunehmen und sensibel darauf zu reagieren. Bibliotheken brauchen neben ihrer Funktion als Informationskotenpunkte innerhalb der Gemeinschaft auch eine gewisse „Hippness“, die zur Identifikation beiträgt und sie zum physischen und virtuellen Treffpunkt und Wohnzimmer des Viertels macht.[Fn31]

Fraglich ist allerdings, wie man solche Einrichtungen innerhalb der gegenwärtigen Stadtplanung sinnvoll einbettet. Sicher ist es dazu vor allem auch nötig, die ausschließliche Konzentration auf die Entwicklung der urbanen Zentren und der reurbanisierten Altbauviertel zu beenden. Politisch wurde in diesem Zusammenhang das Programm 'Soziale Stadt' entwickelt, das

„der Abwärtsentwicklung sozial benachteiligter Stadtquartiere umfassend begegnen und die Lebenschancen der dort lebenden Bewohnerinnen und Bewohner verbessern [soll]. Im Unterschied zur "klassischen" Städtebauförderung stehen dabei nicht bauliche Fragen im Vordergrund, sondern soziale Belange und die Frage nach dem Funktionieren von Stadtteilen und Städten." [BBR 2007]

In einer solchen Verlagerung des politischen Handlungsfeldes liegt auch eine Möglichkeit für Bibliotheken, sich noch einmal neu zur Frage der Rolle in ihrem jeweiligen sozialen Kontext zu positionieren. Letztendlich muss deutlich werden, dass die lokale Bibliothek eben keine reine Zweigstelle der innerstädtischen Zentralbibliothek ist, die im Zweifelsfall immer weniger Informationsdichte bietet als diese, sondern dass sie die beschriebenen sozialen Kernfunktionen wahrnimmt. Darin liegt natürlich die Gefahr, sich nur an den dominanten sozialen Gruppen der jeweiligen Umgebung zu orientieren:

„Wenn wir uns auf die vorherrschenden sozialen Gruppen in der Kommune konzentrieren und die Minderheiten ignorieren, in dem wir ihnen weder Literatur noch Dienstleistungen zur Verfügung stellen, schließen wir sie aus dem Angebot der Bibliothek automatisch aus. Minderheiten sind nicht nur solche, die nicht zur Nation gehören, es gibt zahlreiche verschiedene Minderheiten in jeder Gesellschaft." [Ulrich 2006, S. 85]

Dies kann in einer Großstadt keine Zentralbibliothek leisten. Nur eine dezentrale Struktur mit lokaler Verantwortung ist in der Lage, auf die Anforderungen der Benutzer unmittelbar zu reagieren. Daraus ergibt sich aber andererseits auch, dass Bibliotheken immer erst ab einer kritischen Masse wirklich zu gesellschaftlichen Räumen werden können, da ihnen sonst die Ressourcen, das Personal und die Räume fehlen, möglichst viele Funktionen vor Ort anzubieten. Daher lehne ich auch eine zu starke Spezialisierung dezentraler Standorte, wie sie u. a. Kunzmann[Fn32] vorschlägt, ab. Aufgaben fachlicher Vertiefung sollten aus meiner Sicht eher Zentralbibliotheken übernehmen. Bibliotheken vereinen in sich immer alle Aspekte des öffentlichen Raums, wenn sie erfolgreich in die Gemeinschaft hineinwirken wollen:

- Sie sind repräsentative Räume, mit denen sich die Bewohner identifizieren können und die symbolisch auch für die Wertschätzung stehen, die das Viertel innerhalb der Stadtgesellschaft hat.

- Sie sind kulinarische Räume, die Kommunikation, Entspannung und Unterhaltung bieten, dabei aber auf ein kommerzialisiertes Angebot verzichten.

- In erster Linie sind sie aber auch zivilgesellschaftliche Räume oder „low-intensive meeting places“[
Fn33], die direkte Begegnung zwischen den Individuen vor Ort fördern und informationelle Partizipation ermöglichen.

Dabei müssen sie so ausgelegt sein, dass sie durch die Benutzung und von den Benutzern gestaltet werden können:

„Als gesellschaftliche Räume mit einem breiten Spektrum von Informationsressourcen und -dienstleistungen können Bibliotheken entscheidende Agenten einer urbanen Zukunft sein, die aus der Nutzung öffentlicher Räume deren gesellschaftliches Potential entwickeln. Wenn sie dies erreichen wollen, dürfen sie sich aber nicht auf betriebswirtschaftlich definierte 'Kernaufgaben', beschränken, sondern müssen sich ihrer von der Öffentlichkeit in der Benutzung definierten Kernfunktionen bewusster sein." [Eigenbrodt 2005, S. 26]

Den Zentralen käme in diesem System unter anderem die Rolle einer Steuerungseinheit zu. Die Sicherstellung der Zugänglichkeit von Informationsressourcen in allen dezentralen Bibliotheken, eine ständige Beobachtung der Bevölkerungsentwicklung, eine Evaluation der dezentralen Einheiten in Absprache mit der Verwaltung, die sich nicht an Beständen und Benutzung, sondern an soziokulturellen Zielvorgaben orientiert. Gezielte Lobbyarbeit für das Bibliothekssystem des ganzen urbanen Raums wären Beispiele einer solchen Arbeit.

Die Zentrale muss parallel zu einer verteilten digitalen Infrastruktur auch ein zentrales Portal anbieten, das – ähnlich wie dies heute schon der Fall ist – bestimmte Aufgaben und Ressourcen bündelt. Dazu gehört auch eine virtuelle dezentrale Bibliothek, die die genannten Räume und Ressourcen innerhalb des Internet denen anbietet, die sich ohne geographische Bindung mit ihrer Stadt und der Bibliothek identifizieren. Politisch ist weiterhin sicherzustellen, dass diese Bibliothek nicht an den politischen Stadtgrenzen endet, sondern die Zwischenstadt mit einbezieht. So wie der Bus nicht an der Stadtgrenze anhält, muss auch das Bibliothekssystem ins Umland hinausgreifen.

Fazit

„Therefore it is the convergence, not the divergence that is the nexus of success for the library of the future. It will service as the communication hub (the virtual icon) as well as the physical hub (the physical icon) of the multi-dimensional institution to meet the needs of their community for access to information, knowledge and community communications." [Kenneth E. Dowlin 2004, S. 11]

Als Antwort auf meine im Titel dieses Aufsatzes aufgeworfene Frage ließe sich vorläufig formulieren: „Kommt darauf an, wie man es sieht.“ Zurzeit befindet sich Deutschland wie alle europäischen Länder in einer Phase der demographischen Stagnation. Entgegen dem internationalen Trend haben wir weder einen nennenswerten Bevölkerungszuwachs, noch erlauben wir gesteuerte Migration in größerem Stil. Wenn wir also von Großstädten oder sogar Metropolen reden, sehen die im internationalen Maßstab eher bescheiden und von ihren Wachstumsraten her recht stabil aus. Die urbanen Zentren des 21. Jahrhunderts werden in Asien liegen. Insofern bietet es sich wirklich an, von einer 'europäischen' Großstadt zu sprechen, die sich nicht durch ungesteuertes Wachstum, sondern durch eine langsamere Entwicklung auszeichnet. Die Stadt existiert noch und entwickelt sich weiter. Der Prozess ständiger Veränderung und Ausweitung bis über den physischen Raum hinaus ist, wie ich gezeigt habe, konstituierend für den urbanen Raum und weder eine neue Entwicklung noch eine Bedrohung. Dieser Erkenntnis steht lediglich die Sehnsucht nach der kleinen, überschaubaren Stadt gegenüber, die der europäischen Romantik entspringt. Tatsächlich existieren solche städtischen Räume auch noch, geht man jedoch von den wenigen Metropolen und urbanen Räumen aus, so ist man mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Dazu könnte, auf die demographische Entwicklung bezogen, zum Beispiel auch die Integration der in Zukunft zur Erhaltung des Lebensstandards dringend benötigten Zuwanderer aus anderen Kontinenten gehören.

Unbestreitbar haben wir es bei der problematischen Situation des öffentlichen Bibliothekswesens mit einem Mangel an politischem Willen zu tun, die Bibliothekssysteme ausreichend zu finanzieren. Bibliotheken müssen sich jedoch auch fragen, wie sie strukturell und inhaltlich auf die Herausforderungen einer urbanen Wissensgesellschaft reagieren wollen. Was das Projekt der eingangs erwähnten Seattle Central Library in meinen Augen faszinierend macht, ist nicht nur der Bau von Rem Koolhaas, in dem er versucht, die Bibliothek als multidimensionalen gesellschaftlichen Raum zu konstruieren, der physische und virtuelle Präsenz gleichermaßen ausdrückt. Vielmehr ist diese Bibliothek Teil eines Gesamtprogramms, das unter dem Titel „Libraries for All“ die Vision eines urbanen Bibliothekssystems in der Wissensgesellschaft entwickelt. Neben der Central Library existieren in diesem Programm dezentrale Einheiten, die unter dem Titel „Neighbourhood Libraries“ folgende Ziele verfolgen:

„The Neighbourhood Libraries offer convenient access to all books and networked resources of the Seattle Public Library close to where people live and work. They are gathering places for exploring and collecting a neighbourhood's common heritage and for discussing divergent views. The Neighbourhood Libraries sponsor programs and offer materials related specifically to each neighbourhood, satisfying educational and recreational needs. Each Neighbourhood Library acts as an information navigator on new electronic resources, helping anyone sort, interpret and select information." [SPL 1998]

Die Vision wurde von der Bevölkerung Seattles in einer Volksabstimmung bestätigt und mit 196,4 Millionen US$ unterstützt, ein Betrag, mit dem unter anderem der Neubau der Zentralbibliothek finanziert wurde. Auch wenn in Deutschland eine solche Form der Budgetierung unvorstellbar ist, zeigt das Beispiel doch, dass überzeugende Programme bei entsprechendem Willen politischer Entscheidungsträger durchaus realisierbar sind.

Sowohl die Stadt als auch die Bibliothek als gesellschaftlicher Raum werden von der Verschränkung von physischem Raum und Cyberspace profitieren, da sie als Orte hoher Informationsdichte ideale Knoten- und Einstiegspunkte darstellen und gleichzeitig die direkte Begegnung und Kommunikation von Individuen fördern. Überschaubare Einheiten entstehen dabei in der Nachbarschaft, wo dezentrale Bibliotheken wiederum als Informations- und Kommunikationszentren dienen können, die repräsentative, kulinarische und zivilgesellschaftliche Angebote machen. Als zentripetaler Raum ist die Großstadt aber auch immer auf ein urbanes Zentrum hoher Verdichtung angewiesen, das allen Bewohnern der Metropolenregion Informationsknotenpunkte und Identifikationsangebote zur Verfügung stellt. Wenn Zentralbibliotheken hier multifunktionale gesellschaftliche Räume anbieten und gleichzeitig die dezentralen Einheiten vernetzen, sind sie in der Lage, eine entscheidende Rolle innerhalb des urbanen Konglomerats der Wissensgesellschaft einzunehmen. Dazu sind neben politischem Willen auch die Phantasie und der Mut des Bibliothekswesens gefragt, alte Strukturen radikal durch neue, angemessene Systeme zu ersetzen. Best-Practice Beispiele und sinnvolle Ansätze sind nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland vorhanden, es gilt sie aber zu systematisieren und zu strukturieren.

Literatur

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Bundesministerium für Bauwesen und Raumordnung (BBR) Soziale Stadt.
URL:
www.bbr.bund.de/cln_007/nn_22414/DE/ForschenBeraten/Stadtentwicklung/Staedtebaufoerderung/
SozialeStadt/SozialeStadt__node.html

Dowlin, Kenneth E. (2004) The library as Place: Challenges in the Digital Age. Proceedings of the thirteenth seminar of IFLA's Library Buildings and Equipment Section together with IFLA's Public Libraries Section. In: Libraries as Places: Buildings for the 21st century. – München: Saur (IFLA publications; 109), S. 11-37

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USC-Annenberg (2007) Digital Future project: Highlights –
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www.digitalcenter.org/pdf/2007-Digital-Future-Report-Press-Release-112906.pdf

Fußnoten

[Fn 1]
ekz 1998 (
zurück)

[Fn 2]
vgl. GSZ 2007 (zurück)

[Fn 3]
vgl. Kunzmann 1998, S. 42-49 (
zurück)

[Fn 4]
vgl. Eigenbrodt 2005, S. 23-25 (zurück)

[Fn 5]
vgl. Häußermann 1998, S. 39
(zurück)

[Fn 6]
vgl. Bihler 2004, S. 23 (
zurück)

[Fn 7]
Bihler 2004, S. 22 (zurück)

[Fn 8]
Häußermann 1998, S. 36 (zurück)

[Fn 9]
vgl. Sieverts 1998
(zurück)

[Fn 10]
vgl. Schwanke 1974, S. 57
(zurück)

[Fn 11]
Kunzmann 1998, S. 43. (zurück)

[Fn12]
vgl. BBR
(zurück)

[Fn 13]
Pfeiffer 2006, S. 16 (zurück)

[Fn 14]
Matthiesen 2006, S. 48 (zurück)

[Fn 15]
ebd. (zurück)

[Fn 16]
Rötzer 1997, S. 9 (zurück)

[Fn 17]
ebd., S. 21 (zurück)

[Fn 18]
www.secondlife.com (zurück)

[Fn 19]
Rötzer 1997, S. 155 (zurück)

[Fn 20]
USC Annenberg 2007 (zurück)

[Fn 21]
vgl. Eigenbrodt 2006a, S. 11-16 (zurück)

[Fn 22]
vgl. Bihler 2004, S. 23 (
zurück)

[Fn 23]
vgl. Habermas, 1990 (zurück)

[Fn 24]
vgl. z.B. Hahn 2002 (zurück)

[Fn 25]
vgl. Bihler 2004, S. 40-41 (zurück)

[Fn 26]
Umstätter 2005, S. 2 (zurück)

[Fn 27]
Ulrich 2006, S. 83. (zurück)

[Fn 28]
Kunzmann 1998, S. 50-53 (zurück)

[Fn 29]
ebd. S. 53.
(zurück)

[Fn 30]
ebd. (zurück)

[Fn 31]
vgl. Eigenbrodt 2006b, S. 54
(zurück)

[Fn 32]
Kunzmann 1998, S. 53
(zurück)

[Fn 33]
Ragnar Audunson 2005, S. 430
(zurück)


Olaf Eigenbrodt ist Baureferent an der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin und Lehrbeauftragter am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft sowie gewähltes Mitglied des Standing Committees der Library Buildings and Equipment Section der IFLA. Ausserdem beschäftigt sich Olaf Eigenbrodt mit seiner Dissertation zum Thema „Bibliotheken als gesellschaftlicher Raum: Verortungen einer neuen Soziologie der Bibliothek“.